Neulich, vor der Bäckerei

 

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Der Blick nach links…

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… und nach rechts.

Neulich, ich wollte mir einen Kaffee holen – vieleicht auch eine Quarktasche. So genau kann ich das nicht mehr sagen. Was ich allerdings noch recht gut weiß, nicht zuletzt weil ich es fotodokumentarisch festhalten konnte, war das Bild, welches sich mir auf dem Gehweg vor der Bäckerei bot. Natürlich ärgerte ich mich darüber -schließlich bin in ein bekennender Pedant – und dachte mir, da müss man doch etwas dagegen tun. Mein nächster Gedanke war, nein, nicht man müsste etwas dagegen tun, sondern die Polizei. Jetzt standen die beiden Falschparker, vieleicht sogar drei(?), aber ich meine die Transporter, nicht lange auf dem Gehsteig. Links, der hat die andere Bäckerei beliefert, rechts… Naja, die Leute waren im Laden und haben gefrühstückt. Klar ist, wenn die Polizei gegen solche Kurzzeitparkvertöße etwas machen soll, dann müsste sie die Geh- und Radwege rund um Uhr überwachen und das kann niemand wollen. Aber weil in meinem Viertel zur Zeit immer mehr Autofahrer vogelwild und völlig Hirnlos parken, hab ich bei der zuständigen Polizeidienststelle angefragt wie viele Mitarbeiter denn für die Überwachung des ruhenden Verkehrs, also Politessen und Politeure, im Dienstbereich zuständig sind. Ich wollt halt einfach wissen, wie es im 19. Stadtbezirk so aussieht… Ich habe von der Polizei auch eine Antwort bekommen, und vorweg, ja… Ihr habt mein Anliegen zu meiner vollsten Zufriedenheit beantworten können. Vielen Dank für die Mühe, die ihr euch bei der Kommunikation mit dem Bürger macht. Das ist sehr Vorbildlich – Nicht!

Bitte verstehen Sie, dass wir weder zu rein organisatorischen noch zu strategischen Fragen hinsichtlich Einsatzstärken Auskunft erteilen.
Sollten Sie ein konkretes Anliegen im Zusammenhang mit dem ruhenden Verkehr haben, bitten wir Sie dies mitzuteilen um entsprechend reagieren zu können.
Wir hoffen Ihre Anfrage hiermit zufriedenstellend beantwortet zu haben und verbleiben

47 Fahrradstraßen in München – Ihr wollt mich wohl verarschen?

Übersicht aller Fahrradstraßen in München

Übersicht aller Fahrradstraßen in München.

Unsere Radlhauptstadt München ist ganz stolz darauf 47 Straßen als Fahrradstraßen ausgezeichnet zu haben. Wenn man sich die Liste aber genau anschaut, dann wird eines schnell klar. Das ist eine Mogelpackung. Auf den ersten Blick sieht das ja gar nicht schlecht aus, auch wenn es für meinen Geschmack zu viele im Münchner Westen und zu wenige im Zentrum sind. Gerade Rund um die LMU oder im Glockenbachviertel sind richtig viele Radfahrer und auch Autos unterwegs. Dort könnte man mit Fahrradstraßen wirklich etwas für die Radler tun. Naja…

750m Fahrradstraße, bestehend aus 5 Teilstücken

Karl-Lipp-Straße, die Gaggenaystraße, die Gleismüllerstraße, die Wetzenbachstraße und die Templestraße. Zusammen 750 Meter.

Interessant ist aber vor allem etwas anderes. Viele der Fahrradstraßen sind nur wenige hundert Meter lang (wenn überhaupt!) und und bilden erst zusammen etwas, das den Namen Fahrradstraße verdient. Da sind zum Beispiel östlich vom Mosacher Bahnhof die Karl-Lipp-Straße, die Gaggenaystraße, die Gleismüllerstraße, die Wetzenbachstraße und die Templestraße. Ein aus fünf Straßen zusammenhängendes Stück – Insgesamt 750 Meter lang und in einer Lage wo sich Radfahrer und Autofahrer quasi nicht in die Quere kommen können.

Das nicht in die Quere kommen beschreibt die Situation allgemein ganz gut. Restlos alle Fahrradstraßen verlaufen entlang relativ verkehrsarmer Strecken und nur die Wenigsten liegen auf den für Radlpenlder wichtigen Wegen. Wenn ich alle die Fahrradstraßen zussammenzähle, die wirklich sinnvoll sind (ganz subjektiv) und dabei zusammenhängende Stücke als jeweils eine Straße zähle, dann komme ich auf neun Fahrradstraßen. Als unnsinnig habe ich dabei alle Sackgassen betrachtet, sowie alle Straßen die in sehr verkehrsarmen Gebieten liegen oder nur kurze Stücke sind.

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Unsinnige Sackgasse

Ich möchte nicht undankbar sein, aber in der Praxis verbessert das die Situation der Radfahrer in München kaum. Richtiges Lob gibt es meiner Meinung nach nur für die Clemensstraße, die Behringstraße (parallel zur Würm) und die Preysingstraße mit der Verlängerung in die Wolfgangstraße. Alle anderen hätte man sich sparen können. Was man dabei aber nicht vergessen sollte: Es ist ein Anfang. Und ich hoffe, dass die Stadt München das Fahrradnetz weiter ausbaut und dabei auch die ein oder andere wirklich wichtige Verbindung zur Fahrradstraße macht. Momentan sind sie halt an Stellen die auf dem täglichen Weg in die Arbeit, in die Uni oder in die Schule einen Umweg bedeuten würden, wollte man sie benutzen. Oder wie seht ihr das? Seid ihr regelmäßig auf einer der 9 (naja gut, 47) Münchner Fahrradstraßen unterwegs?

Links abbiegen mit dem Fahrrad

Links abbiegen mit dem Fahrrad ist ja so eine Sache. Als Autofahrer ist man da meist fein raus, denn sobald die Kreuzung groß genug ist, gibt es eine eigene Spur (manchmal auch zwei) für die Abbieger. Als Radfahrer muss ich warten. Oftmals zwei, gelegentlich sogar drei Amelschaltungen lang steh ich an der Kreuzung und warte auf grünes Licht. Das ist so,  seit ich das erste mal mit dem Fahrrad zur Schule gefahren bin. Und doch tut sich was. Ich entdecke in München immer mehr Pseudo-Linksabbiegerspuren für Radfahrer. Da sind dann Pfeile auf die Radwege gemalt, die mir suggestieren sollen es würde an die Radfahrer gedacht. Doch in Wirklichkeit hat sich an der Situation  nichts – aber auch überhaupt nichts – geändert. Nach wie vor haben Autofahrer ihre ein bis zwei Linksabbiegerspuren und nach wie vor warte ich zwei bis drei Ampelschaltungen bis ich endlich weiterfahren kann. Aber wenigsten weiß ich jetzt wo ich stehe (n soll). Irgendwo, wo ich dem motorisierten Verkehr nicht lästig werde. In München – ich weiß nicht wie es anderswo ist – ist es auf jeden Fall undenkbar, dass der Fahrradfahrer auch nur an einer einzigen Ampel bevorzugt behandelt wird…