Münchens Radwege und eine kleine Geschichte des Konjunktivs

Es gibt da diese Radverkehrsanlage in der Boschetsrieder Straße. Der Radweg dort stammt noch aus einer Zeit als man Radwege nicht für, sondern gegen Radfahrer gebaut hat. Er ist schmal, holprig, auf voller länge in der Door Zone und eben alles, was schlechte Radwege ausmacht.

Radweg in der Boschetsrieder Straße

©hamburgize

Ich wollte etwas dagegen tun. Im Sommer 2015 kam mir dann jemand zuvor. Bei der Bürgerversammlung im Stadtbezirk wurde der Antrag gestellt, der Radweg möge modernisiert werden. Was die Stadt darauf geantwortet hat, kann man hier nachlesen.

Da steht dann zum Beispiel sowas: „Die  Radwege variieren in ihrer Breite zwischen 1,10 m und 1,80 m und liegen damit überwiegend unter dem Standard für neu zu bauende Einrichtungsradwege.  Eine Verbreiterung der Radwege wäre wünschenswert. Eine einfache Lösung die Radwege zu Lasten der Gehwege zu verbreitern ist hier jedoch nicht möglich, da die Gehwege zum Großteil nur zwischen 1,50 m und 2,00 m breit sind und nicht weiter zu Gunsten des Radweges verschmälert werden können. Um die Situation zu optimieren, müsste der komplette Straßenquerschnitt auf 1,3 Kilometern Länge verändert werden, was einen enormen baulichen Aufwand bedeuten würde. Dazu müssten die Geh- und Radwege verbreitert und die markierten Parkmöglichkeiten versetzt werden, was schmälere Fahrbahnen zur Folge hätte.“

Richtig. Es wäre Wünschenswert, man müsste… das würde… Ist halt aufwändig… AUSREDEN!

Was aber gleich geht: „Zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit führt das Baureferat in diesem Jahr punktuelle Sanierungsmaßnahmen durch, indem Radwege und Zufahrten instandgesetzt und umgestaltet werden.“

Der Rest geht frühestens 2020, wenn in der Nähe eh gebaut wird.

Ich habe ein Jahr später nochmal nachgefragt. Als BA-Mitgleid kann ich Anträge stelle und das habe ich auch getan. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen (danke nochmal an die Grünen) und und das Antwortschreiben folgte prompt und etwas konkreter. Darin heißt es: „Wie bereits im Beschluss des Bezirksausschusses des Stadtbe­zirkes 19 Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Füstenried-Solln (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/ V 03873) „Radweg in der Boschetsrieder Straße“ vom 08.09.2015 festgestellt, ist dies jedoch nur durch eine Umverteilung des Verkehrsraums möglich. Dazu müssten Stellplätze entfallen bzw. die Fahrbahnbreiten und ggf. auch die Anzahl der Fahrspuren reduziert werden. Die Beurteilung, ob diese Auswirkungen verträglich sind, liegt beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung und beim Kreisverwaltungsreferat.

Nochmal im Klartext. Die Stadt München prüft, ob eine Umverteilung des Verkehrsraumes verträglich ist. Prüft auch irgendjemand, ob der angeordnete Radweg verträglich ist? Wohl nicht, denn wenn jemand die Anordnung überprüften würde (und dann müsste der Radweg neu beschieden werden), täte man feststellen, dass man diesen Radweg nicht hätte anordnen dürfen. Ziemlich viel Konjunktiv wenn man bedenkt, dass es hier um die Anwendung einer Rechtsverordnung geht.

 

Ein Filetstück der Münchner Radwegskunst

20140130-b11Heute habe ich ein richtiges Schmankerl für euch. Es handelt sich um eine Kreuzung, die man beinahe mit moderner Kunst verwechseln könnte. Die beiden haben etwa gemeinsam, dass sie für den normalen Bürger kaum noch zugänglich sind. In der modernen Kunst, muss man die Entstehungsgeschichte und den Kontext eines Werkes kennen, um den Sinn und Grundgedanken der künstlerischen Schöpfung zu verstehen.20140130-b11-2

Jetzt bin ich aber nur ein einfacher Radfahrer und mir fehlt wohl der intellektuelle Zugang zu dieser Radwegsführung. Der Blickwinkel der Künstler aus dem Planungsreferat ist für mich nicht fassbar, und so stehe ich regelmäßig an dieser Kreuzung und frage mich, was sich diese Menschen dabei nur gedacht haben könnten. Es handelt sich hier um die Kreuzung der Boschetsrieder Straße mit der B11 (Foto mitte)  und dem Greinerberg (Foto oben). Der Greinerberg ist eine Einbahnstraße und für den KFZ-Verkehr nur bergab zu befahren. Am rechten Straßenrand ist ein Radstreifen markiert. Noch ein Stück weiter rechts, auf dem Gehsteig, ist ein weiterer Radweg für alle Radfahrer, die den Berg hochfahren wollen. So weit so gut. Die Einbahnstraße konnte man dort nicht für die Radfahrer öffnen, also hat man nach einer Alternative gesucht und kurzerhand einen zusätzlichen Radweg angelegt. Oben angekommen verursacht das allerdings das ein oder andere Problem. Aber die München wäre nicht München, wenn es dafür nicht eine gute Lösung hätte. Das mittlere Foto bildet den Kernpunkt der Streckenführung ab.

20140130-b11-3Ich hab mal versucht, eine Replik des Bebauungsplans anzufertigen. Trotz einiger Fotos zur Orientierung hab ich etwas 15 DIN-A4 Blätter verschmiert, bis ich die Verkehrsführung zu Papier bringen konnte. In Grau sind die Straßen eingezeichnet, die benutzungspflichtigen Radwege in Blau. Ich bin ganz zufrieden damit.

 

Als besonderes Highlight der Radwegskunst möchte ich die Bettelampel hervorheben (siehe Foto mitte). Die ist zu allem Übel nämlich noch so angebracht, dass sie vom Radweg aus nicht erreichbar ist.  Eine deutlich übersichtlichere Streckenführung könnte man übrigens erreichen, indem man den Greinerber zur Fahrradstraße macht und für Autos sperrt. Aber hey, das könnte ja jeder.

 

Der Radweg an der Rosenheimer Straße

Der Stadtrat hat entschieden. Die Rosenheimer Straße bekommt vorerst keinen Radweg und die Anwohner sind verärgert. Während man sich überall in der Stadt gegen benutzungspflichtige Radwege empört, kämpfen die Haidhausener um Einen. Und beides hat seine Berechtigung, denn eine Verwaltungsvorschrift zur StVO sagt:

Benutzungspflichtige Radwege dürfen nur angeordnet werden, wenn ausreichende Flächen für den Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen. Sie dürfen nur dort angeordnet werden, wo es die Verkehrssicherheit oder der Verkehrsablauf erfordern. Innerorts kann dies insbesondere für Vorfahrtstraßen mit starkem Kraftfahrzeugverkehr gelten.

An der Rosenheimer Straße wäre ein benutzungspflichtiger Radweg tatsächlich angebracht. Nur hat er, nach ansicht der CSU und SPD dort keinen Platz. Statt dessen will man nochmal alternative Routen prüfen und wissen, ob man die Parkplätze wirklich braucht. Dabei wurde von einem Gutachter versichert, dass es den Verkehr nicht merklich behindern würde. Am Beispiel der Kapuzinerstraße, sieht man ja auch, dass es geht. In einer anderen großen autofahrerfreundlichen und radfahrerfeindlichen Stadt – Hamburg – hat man es gewagt, eine viel befahrene Straße von vier auf zwei Spuren zu verkleinern. Und die Hamburger sind zufrieden. Viele Leute haben sogar das Gefühl, der Verkehr würde jetzt irgendwie flüssiger rollen.

Dabei geht es hier bestimmt nicht nur um mehr Sicherheit auf der Straße, sondern auch um mehr Lebensqualität. Weniger Hupen, weniger Autos, weniger Verkehr und bessere Luft sind Dinge, die sich Anwohner wünschen. Ich persönlich finde es unsäglich, was sich der Stadtrat hier erlaubt. Es existiert ein gutes Konzept für die Rosenheimer Straße. Eine Umgestaltung ist für die Sicherheit, nicht nur der Radfahrer, nötig. Und unsere Politiker vertagen eine Entscheidung auf die ferne Zukunft, bzw. haben sich bereits deutlich gegen die Wünsche der Münchner entschieden. Meiner Meinung nach, gibt es jetzt eine Hand voll Alternativen wie es weiter geht.

  1. Wir sitzen es aus. Es wird so lange nichts gemacht, bis sich die Aufregung gelegt hat und es geht weiter wie bisher. Das ist die dumme Variante.
  2. Man bekennt Farbe. Die Rosenheimer Straße, so wie sie momentan gestaltet ist,  ist für den Radverkehr ungeeignet. Deshalb kann man sie auch für Radfahrer sperren und durch Polizeikontrollen sicherstellen, dass das auch einghalten wird. Das wäre die einfachste Variante.
  3. Oder aber, man nimmt ein paar Liter Farbe in die Hand und malt einen Radweg. Das geht über nacht. Wenn sich zeigt, dass es nichts taugt, dann entfernt man die Markierung (auch über nacht) wieder und kann sich noch zwischen 1) und2) entscheiden. Das ist die mutige Variante.

Ich persönlich bevorzuge Variante 4. Die Rosenheimer Straße muss entsprechend dem Vorschlag (Seite 7, Variante b) umgestaltet werden. Ich habe deswegen mal einen Petition vorbereitet. Wer das gut findet, kann sich die Vorlage ausdrucken und sich bei mir melden, wenn sich ein paar Unterzeichner gefunden haben. Mal schauen, ob sich was tut.

PetitionRosenheimerStr

Edit: Es gibt jetzt eine Online-Petition. In Zeiten des Internets natürlich viel bequemer.

https://www.openpetition.de/petition/online/jetzt-radfahrstreifen-in-der-rosenheimer-strasse-sicheres-radeln-braucht-platz

 

München und die Geisterradler

Man hat den Eindruck, sie haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen: Radfahrer, die ganz selbstverständlich in der falschen Richtung auf dem Radweg unterwegs sind und dabei erwarten, dass ihnen der radelnde Gegenverkehr nach rechts ausweicht. Auch die Medien berichten gern über das Phänomen, wenn die Polizei das Thema in den Fokus rückt.

Geisterradeln ist riskant und spielt eine erhebliche Rolle bei Fahrradunfällen – die Münchner Polizei bezeichnet das Geisterradeln sogar als Unfallursache Nummer Eins bei Radfahrern. Unerwähnt bleibt dabei meistens, wie es mit einer möglichen Mitverantwortung der anderen Kollisions-Beteiligten aussieht.

Pragmatisch betrachtet, müssen alle Verkehrsteilnehmer mit Geisterradlern rechnen: Radfahrer, die korrekt auf dem rechten Radweg unterwegs sind. Fußgänger, die einen Radweg überqueren möchten. Rad- und Autofahrer, die einen Radweg überqueren, also beim Abbiegen oder an einer Kreuzung. Und solche Fahrer, die aus einer Ausfahrt kommend auf die Fahrbahn wollen.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Phänomen speziell um Radweg-Geisterradler: Es kommt zwar auch vor, dass eine Einbahnstraße gegen die Richtung beradelt wird, die noch nicht dafür freigegeben ist. Diese Geisterradler auf der Fahrbahn werden vom Gegenverkehr immerhin gut wahrgenommen. Aber kaum ein Radfahrer käme auf die Idee, eine Fahrbahn auf der linken (!) Straßenseite zu beradeln, egal ob mit oder ohne Schutzstreifen für Radfahrer.

Wie kommt es dann, dass auf Radwegen ganz selbstverständlich Linksverkehr praktiziert wird, als sei man bei den Briten? Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schreibt: Der Einrichtung von Zwei-Richtungen-Radwegen wurde, von begründeten Ausnahmen abgesehen, eine Absage erteilt. So genannte „Geisterradler“ seien schon jetzt ein Hauptunfallproblem, das die Planung nicht noch befördern dürfe.

In München sind in den letzten Jahren etliche dieser Ausnahmen aus dem Boden geschossen – ob gut begründet, sei dahingestellt. An manchen Stellen ist offensichtlich, dass man den Radlern einen Umweg ersparen wollte oder das praktizierte Radeln gegen die Richtung legalisieren, und sei es nur für wenige Meter (siehe Bild). Oder Radler, die die Abkürzung über den Gehweg nahmen, auf einen Radweg lotsen wollte. Mancher Zweirichtungsradweg ist so schmal, dass man sehr aufpassen muss, nicht mit dem geplanten und legalen Gegenverkehr zu kollidieren – oder mit Fußgängern:

Übergang am Uni-Hauptgebäude

Bild: Kurzer Zweirichtungsradweg in der Ludwigstraße am Uni-Hauptgebäude

 

Offenbar begünstigt diese Politik der teils provisorisch anmutenden Zweirichtungsradwege, dass Radfahren gegen die Richtung von etlichen Radlern als völlig normal und unbedenklich wahrgenommen wird – zumindest setzt mancher seinen Weg auf der linken Seite weit über die erlaubte Strecke hinaus fort. Und mit zunehmenden Radverkehr fallen die Geisterradler stärker auf und behindern öfter andere Radfahrer, weil auch der Gegenverkehr zunimmt.

(Dies ist eine überarbeitete Fassung eines Eintrags im Maxvorstadtblog.)

Was die Polizei für die Sicherheit der Radfahrer tut

20131128-verkehrspolizei

Foto: Dieter Weinelt (CC BY-ND 2.0)

Ich hab mich ja hier im Blog unglaublich darüber aufgeregt, dass die Polizei nach Unfällen Flyer an Radfahrer verteilt. Auf Anregung in den Kommentaren hab ich bei der Polizei angefragt, ob es solche Aktionen auch für PKW- und LKW-Fahrer gibt und nachdem ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe, bekam ich nach fast einem Monat doch noch eine Antwort.

 

Sehr geehrter Herr Moritz,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Unsere Erfahrung zeigt, dass es Verkehrsteilnehmer gibt, die sich nicht in ausreichendem Maße an Verkehrsregeln halten bzw. diese sogar nach eigenem Gusto interpretieren, was wir keinesfalls dulden und wogegen wir konsequent vorgehen. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Verkehrsteilnehmer bildet diese Gruppe jedoch lediglich einen geringen Anteil, d.h. ein Großteil verhält sich regelkonform.

Unsere Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen im Straßenverkehr richten sich grundsätzlich an alle Verkehrsteilnahmearten, also Kfz-Führer, Radfahrer und Fußgänger. Dabei zielen wir auf ein rücksichtsvolles und entspanntes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer untereinander ab, was auch einmal den aktiven Verzicht auf ein Vorrecht voraussetzt.

Erkenntnisse über eine gezielte Aufklärungsaktion im Zusammenhang mit dem von Ihnen erwähnten Verkehrsunfall liegen auf Seiten des Polizeipräsidiums nicht vor. Häufig betreibt die Verkehrspolizeiinspektion Verkehrserziehung und -aufklärung an der Örtlichkeit von Unfällen mit Schwerverletzten oder tödlichem Ausgang zeitnah einen Infostand. Im Falle eines solchen Infostandes am Ort eines Unfalles mit der Ursache „Toter Winkel“ wird – gänzlich unabhängig von der Schuldfrage – auf die Gefahren des „Toten Winkels“ hingewiesen. Zielrichtung ist hier vorwiegend der Schutz von Radfahrern und Fußgängern als „Ungeschützte Verkehrsteilnehmer“. So sollen diese dafür sensibilisiert werden, dass oftmals gerade auch regelkonformes eigenes Verhalten keinen Schutz vor den Gefahren des „Toten Winkels“ und Fehlverhalten von Kfz-Führern bietet. Eine gezielte Anhaltung von Kfz-Führern an einer solchen Unfallstelle ist verkehrstechnisch oft nicht praktikabel und rechtlich nur sehr eingeschränkt umsetzbar.

Im Rahmen unserer Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ von März bis September 2013 stellte die Vermeidung von Fehlverhalten der Kfz-Führer beim Abbiegen einen Schwerpunkt dar. Zur Erlangung ergänzender Informationen dürfen wir Sie auf unser Internetangebot unter www.polizei.bayern.de/muenchen/ hinweisen. Dort können Sie neben den Inhalten der Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ auch das Lagebild „Ungeschützte Verkehrsteilnehmer Radfahrer – Fußgänger“ und unsere jährlichen Verkehrsberichte einsehen.

Wir hoffen, Ihnen mit unserer Antwort weitergeholfen zu haben und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Markus Koch
Polizeihauptkommissar

 

Außerdem wurden mir noch die Links zu zwei Flyern geschickt. Einer, mit dem andere Verkehrsteilnehmer auf dei Gefahren des Toten Winkels aufmerksam gemacht werden. Und ein zweiter, der momentan in größerer Stückzahl gedruckt und vor allem an Lieferunternehmen verteilt wird.

Es ist also nicht so, dass den Opfern (und potentiellen Opfern) solcher Unfälle durch solche „Belehrungsaktionen“ eine Mitschuld nach dem Motto „Selber Schuld, du weißt doch wie gefährlich es neben solchen Fahrzeugen ist“ aufgedrängt wird. Vielmehr wirbt die Polizei auf beiden Seiten für Vorsicht und Rücksichtnahme. Deshalb möchte ich mich hier auch für meine früheren, harschen Worte entschuldigen.

Und ein Tipp für die Zukunft: Solche Aktionen sollten anders kommuniziert werden. Denn eine Pressemeldung wie diese hier:

Aufgrund des schweren Radfahrunfalls am Montag, 21.10.2013, führt die Verkehrspolizeiinspektion Verkehrserziehung und ‑aufklärung in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion 15 (Sendling) am Donnerstag, 24.10.2013, von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr, im Gelände der Universität, Arcisstraße 21 bzw. in näherer Umgebung eine Verkehrsaufklärungsaktion durch. (Quelle)

Kann man schnell in den falschen Hals bekommen.

Es geht um unser Leben!

Im Oktober sind einige schwere Unfälle mit Radlfahrern geschehen, die von LKW-Fahrern nicht beachtet wurden. Bei einem davon ist eine 23-jährige im Bereich des Beckens von einem LKW überrollt worden. Aufgrund der Schwere des Unfalls hat die Polizei folgendes in einer Pressemitteilung angekündigt.

Aufgrund des schweren Radfahrunfalls am Montag, 21.10.2013, führt die Verkehrspolizeiinspektion Verkehrserziehung und ‑aufklärung in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion 15 (Sendling) am Donnerstag, 24.10.2013, von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr, im Gelände der Universität, Arcisstraße 21 bzw. in näherer Umgebung eine Verkehrsaufklärungsaktion durch. (Quelle)

Belehrungsflyer der Polizei

Belehrungsflyer der Polizei – Zum Vergrößern klicken

Dies hier, ist der Flyer, den die Polizei ausgeteilt hat. Die Tipps darauf haben es in sich

  • Meiden sie Bereiche unmittelbar vor und hinter sowie neben einem Bus oder Lkw: TOTER WINKEL. Der Fahrer so großer Fahrzeuge kann Sie eventuell nicht sehen!
  • Achten sie beim Überqueren von Kreuzungen nicht nur auf den Querverkehr; auch den rückwärtigen Verkehr beobachten („Schulterblick“)
  • Meist erleiden Radfahrer bei Verkehrsunfällen Kopfverletzungen. Schützen Sie sich deshalb mit einem gut passendem Fahrradhelm!
  • Mit heller, reflektierender Kleidung werden Sie bei schlechter Witterung, Dämmerung und Nacht besser gesehen.
  • Achten Sie auf funktionierende Beleuchtung!

Hier nochmal die Fakten zum Unfall:

  • Unfallzeitpunkt 21.10.2013, 13.40 Uhr. Mittagszeit bei bestem Wetter.
  • Die Studentin wurde im Bereich der Hüfte überrollt.
  • Der LKW-Fahrer hätte Vorfahrt gewähren müssen.

Diese Tipps sind ja schön und recht, aber wer die Anzahl socher Unfälle schlagartig halbieren will soll Assistenzsysteme in seine LKW’s einbauen. Die Technik dafür gibt es. Aber die Wirtschaft ist nicht bereit dafür Geld auszugeben und die Politik ist dazu bereit diese Unfälle billigend in Kauf zu nehmen. Wenn wenigstens jemand dafür gerade stehen würde. Aber nein – es sind ja Unfälle. Ich nenne das fahrlässige Tötung seitens der Spediteure,  unterlassene Hilfeleistung seitens der Politik und Strafvereitelung seitens der Polizei. Tut endlich was, es geht hier um unser Leben!

Wie gut ist das Münchner Radlnetz?

Egal was man im öffentlichen Raum macht, es ist unmöglich alle gleichermaßen zufrieden zu stellen. Auf die Frage nach der Qualität des Münchner Radlnetzes wird der Fahrradkurrier eine andere Auffassung haben als die Eltern von Grundschulkindern, Rentner eine andere als Studenten, die Grünen eine andere als die CSU.

Ich möchte von euch wissen, wie gut ihr das Radlnetz der Landes- und Radlhauptstatd findet. Subjektive Einschätzungen sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Wie gut kann man deiner Meinung nach in München Fahrrad fahren?

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Montagsfrage – München, warum bist du nicht mutiger?

Was war das nur für eine Ausnahmesituation, als im August 2012 die Lindwurmstraße in beide Richtungen um eine Fahrspur für PKWs verkleinert und der gesamte Radverkehr auf eine eigene Spur auf der Straße verlegt wurde. Geschimpft haben die einen, über Staus, soweit das Auge reicht. Und andere wollten diesen Radweg gar nie wieder hergeben. Da war was los in der Stadt. Die CSU hätte damals vermitteln wollen. Beides ist möglich – Radweg und Straße. Mann müsse nur die Pappeln abholzen. Uiuiui… Schuld daran war eine Baustelle.

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