Fahrradunfälle im Oktober 2013

Quelle: Ausschließlich die Presseberichte der bayrischen Polizei. Das heißt natürlich, dass hier nur Unfälle aufgelistet sind bei denen die Polizei vor Ort war und es auch in ihren Berichten veröffentlicht. Es ist also davon auszugehen, dass die Liste nicht vollständig ist.

Am 1.10.2013 wurde eine 18-jährige von einem LKW erfasst und schwer verletzt. Dieser wollte nach rechts abbiegen und hat nicht geschaut ob jemand auf dem Radweg fährt.

Ebenfalls am 1.10.2013 gerieten eine 39-jährige und der Anhänger eines Kleintransporters aneinander. Ob der Fahrer den Sicherheitsabstand nicht eingehalten hat, oder ob sich die Frau an der Ampel nach vorne gedrängelt hat um neben dem Auto stehen zu bleiben geht aus der Pressemeldung nicht hervor. Vermutlich aber ersteres, sonst hätte sie den Anhänger wohl gesehen. Ist aber reine Spekulation

Am 8.10.2013 fuhr ein 80-jähriger auf dem Radweg in die falsche Richtung. Beim Überqueren einer Straße touchierte ihn ein Auto, er stürzte, erlitt einen Schädelbruch und erlag seinen Verletzungen sechs Tage später. Wenn man sich die Stelle auf Google Street View anschaut, kann man irgendwie schwer glauben, dass die Bäume die sicht auf den Radfahrer versperrt haben. Es ist wohl eher die Litfasssäule gewesen. Aber da kann sich jeder selbst ein Bild davon machen. Der Fahrer wollte nach rechts abbiegen und hat vermutlich nur auf den Verkehr geachtet, der von Links kommt. Ob er einen Fußgänger gesehen hätte?

Am 18.10.2013 wurde ein 81-jähriger von einem PKW erfasst. Dieser hatte ihm die Vorfahrt genommen. Anschließend flüchtete der Fahrer vom Unfallort.

Am 21.10.2013 wurde eine 23-jährige Radfahrerin von einem rechts abbiegendem LKW erfasst und sehr schwer Verletzt. Sie war auf dem Radweg und wollte die Straße gerade aus Überqueren. Die Kreuzung ist eigentlich sehr übersichtlich. So etwas darf einfach nicht passieren. Im Nachtrag zur Pressemeldung weißt die Polizei darauf hin, dass es wieder eine Verkehrserziehung durchführen und dabei Flyer mit „Tipps für Radfahrer“ austeilen wird. Nicht am Unfallort, sondern scheinabr an der Universität.

Am 22.10.2013 stieg ein LKW-Fahrer aus seinem Fahrzeug aus und brachte mit der Tür eine Rentnerin zu Fall. Eine Andere fuhr auf dem (freigegebenen) Gehsteig und stieß beim Überqueren einer Straße an das Heck eines LKWs weil sie den Abstand falsch einschätze. Auf der Straße hätte sie übrigens Vorfahrt gehabt.

Am 24.10.2013 fuhr ein 54-jähriger mit seinem PKW auf der Landsberger Straße in eine Tankstelle in Laim und achtete nicht auch den Radverkehr. Einer 72-jährigen erlitt deshalb einen Schädelbruch. Die Landsbergerstraße hat auf der ganzen Länge zwei Spuren in jede Richtung. Auch wenn es im Polizeibericht nicht ausdrücklich erwähnt ist, gehe ich davon aus, dass der Fahrer rechts abbog um in die Tankstelle zu fahren.

Am 28.10.2013 ist ein mir völlig unverständlicher Unfall geschehen. Ein Autofahrer ist auf gerader Strecke, es ging leicht bergauf, von hinten in einen radfahrenden Rentner gefahren. Dieser wurde auf die Motorhaube geschleudert und ist mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe geknallt. Das ist in der Hackerstraße in Oberschleißheim passiert. Ein Ort, wo der Fahrer durch nichts was auf der Straße passiert abgelenkt sein kann. Er gab an, ihn hätte die untergehende Sonne geblendet (der Unfall  passierte um 15.35, Sonnenuntergang war an dem Tag gegen 17.00 Uhr).

Am 30.10.2013 verlor ein Rentner auf dem Fahrrad das Gleichgewicht und stürzte gegen einen anfahrenden Linienbus und verletzte sich dabei schwer. Der Busfahrer hat sofort stark gebremst, wodurch eine Businsassin stürzte und sich leicht verletzte. Der Radfahrer wollte den an einer Haltestelle stehenden Bus wohl überholen. Der Unfall passierte in der Blumenauer Straße auf höhe der Lampertstraße.

Und auch am 31.10.2013 gab es einen Unfall als ein LKW-Fahrer völlig hirnlos rechts abbog. Glücklicherweise ist diesmal nichts schlimmes passiert.

Wie gut ist das Münchner Radlnetz?

Egal was man im öffentlichen Raum macht, es ist unmöglich alle gleichermaßen zufrieden zu stellen. Auf die Frage nach der Qualität des Münchner Radlnetzes wird der Fahrradkurrier eine andere Auffassung haben als die Eltern von Grundschulkindern, Rentner eine andere als Studenten, die Grünen eine andere als die CSU.

Ich möchte von euch wissen, wie gut ihr das Radlnetz der Landes- und Radlhauptstatd findet. Subjektive Einschätzungen sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Wie gut kann man deiner Meinung nach in München Fahrrad fahren?

View Results

Loading ... Loading ...

Straßenbau hilft nicht gegen Stau

Ich hab einen sehr interessanten Artikel über die Langfristige Auswirkung des Straßenausbaus und der förderung des ÖPNV auf das Stauaufkommen. Dieser bestätigt eine Meinung die ich schon sehr lange vertrete aber nie richtig belegen konnte. Der Verkehr wird nicht entlastet wenn die Kapazitäten der Straßen ausgebaut werden.

Die Argumentation geht davon aus, dass der Verkehr ebenso wie andere Güter auch, ein Marktgleichgewicht anstrebt.

Ein Ausbau der Straßenkapazität und damit eine Ausweitung des Angebots senkt den Preis und induziert somit eine zusätzliche Nachfrage. Nachfrageüberhänge (= Stau) lassen die Kosten steigen. Bei einem hohen Stauaufkommen tendieren die Betroffenen dazu, unwichtige Fahrten zeitlich zu verschieben, andere Ziele anzufahren, andere Verkehrsmodi zu nutzen und nicht notwendige Fahrten zu unterlassen. Ein häufiges Auftreten von Staus lässt logischerweise die Forderung aufkommen, die Kapazität der Straße durch einen Ausbau zu erhöhen.

Wird die Maximalkapazität einer Straße erhöht, fängt der Stau etwas später an und endet etwas früher. Zur Spitzenzeit kommt der Verkehr dennoch zum erliegen. Gleichzeitig steigt die Gesamtzahl der Fahrzeuge auf der entsprechenden Straße. Eigentlich logisch. Ebenso wenig überrascht es, dass der ÖPNV entlang der stark genutzten Strecken eine besonders positive Wirkung auf das Verkehrsaufkommen hat.

Wenn es auf bestimmten Strecken Probleme mit dem hohen Verkehrsaufkommen gibt, dann ist die Lösung für mich ganz klar. Schafft alternativen zum Auto. Neue Straßen zu bauen bringt nichts sondern verlagert das Problem bestenfalls auf andere Gegenden (höheres Aufkommen auf Zubringerstraßen, gleiche Kapazität an den Zielorten). Die Alternativen zeigen aber erst dann ihre Wirkung wenn sich die Situation für den klassischen Weg (mit dem Auto) verschärft.  Möchte man den Anteil der Autos im Straßenverkehr vermindern kann man also entweder Straßen rückbauen oder umfunktionieren oder aber man reduziert die Anzahl der Parkplätze. Denn auch eine lange Parkplatzsuche verlängert die Fahrt, oder wie es Marin Randelhoff sagen würde – senkt das Angebot und erhöht somit den Preis für eine Fahrt mit dem Auto. Das Ergebniss ist eine Entlastung der Straßen (und damit mehr Platz für Bus und Fahrrad). Freie Fahrt für freie Bürger ist schon lange Zeit nur noch eine Illusion.

Wer jetzt sagt, dass der Verkehr in München doch gar nicht so schlimm ist, der soll doch mal zu den Spitzenzeiten am Ring einmal in Kreis fahren. Oder vom Süden nach Norden, gerne auch andersrum,  entlang der Isar. Oder über die Kreilerstraße von Osten kommend in die Stadt fahren. Wie es im Westen aussieht, weiß ich nicht.

 

Deutschland, deine Autoindustrie…

Deutschland ist ein Autoland. Und wenn es nach der Bundesregierung geht (und nach der geht es zur Zeit) dann wird sich in naher Zukunft daran auch nichts ändern. Denn die deutsche Automobilindustrie beschäftigt hierzulande 712.500 Menschen (Stand 2011) und auf den Verkehrskonzept der Bundesregierung steht in großen, freundlichen Buchstaben „Don’t Panic„. So lange es eine von der Union geführte Regierung gibt, solange wird sich in der deutschen Automobilbranche nichts ändern. Strengere Abgasnormen sind halt auch nichts was sich mit dem Bedürfniss nach Audi Q, BMW X und Mercedes M vereinbaren lässt.

Trotzdem gibt es einen Aktionsplan. 1.000.000 Elektrorfahrzeuge sollen bis 2020 auf den Straßen unterwegs sein. Merkt ihr was? Es sollen nicht eine Millionen Fahrzeuge weniger auf der Straße sein. Es soll sich nur die Antriebstechnologie ändern und das finde ich von Grund auf  falsch! Denn ein ganz grundsätzliches Problem lösen auch Elektrofahrzeuge nicht.

Autos brauchen unglaublich viel Platz. Wenn man durch die Straßen geht, stehen zu jeder Tages- oder Nachtzeit links und rechts quasi überall Autos. Wien ist etwa so groß wie München. Würde man einen Parkplatz für alle Autos bauen, die dort stehen wäre dieser so groß wie 1.400 Fußballfelder. Bei einem Mietpreis in München von duchschnittlich 13.82€ pro Quadratmeter kommt da ganz schön was zusammen.

Montagsfrage – München, warum bist du nicht mutiger?

Was war das nur für eine Ausnahmesituation, als im August 2012 die Lindwurmstraße in beide Richtungen um eine Fahrspur für PKWs verkleinert und der gesamte Radverkehr auf eine eigene Spur auf der Straße verlegt wurde. Geschimpft haben die einen, über Staus, soweit das Auge reicht. Und andere wollten diesen Radweg gar nie wieder hergeben. Da war was los in der Stadt. Die CSU hätte damals vermitteln wollen. Beides ist möglich – Radweg und Straße. Mann müsse nur die Pappeln abholzen. Uiuiui… Schuld daran war eine Baustelle.

Weiterlesen

Fahrrad-Wegweiser

Foto der vorbildichen Fahrradwegweiser in München

CC-BY-SA-3.0 by Bjs

Man kann ja nicht immer nur meckern. Denn obwohl es in München überall noch Baustellen gibt, an denen man mit zum Teil ganz einfachen Mitteln viel für den Radverkehr machen kann, gibt es auch einiges wofür ich gerne Lob austeile. Die Beschilderung der Münchner Radwege ist meiner Meinung nach absolut vorbildlich. Quasi im gesamten Stadtgebiet und auch deutlich darüber hinaus  stehen diese Wegweiser, die die Radfahrer meist zwar nicht auf dem kürzesten, oft aber auf dem besten Weg zu fast allen wichtigen Punkten in München leitet. Die Wege gehen selten an den Hauptstraßen entlang sondern verlaufen meist durch Grünflächen und Wohngebiete. Dadurch spart man sich in der Regel einige Ampeln und so dauert es nicht länger als der kürzeste Weg auf den großen Straßen.

Liebe Stadt München, das habt ihr sehr sehr gut gemacht.

Montagsfrage – Warum ausgerechnet die Taxifahrer?

Als Radfahrer erlebt man im Straßenverkehr immer wieder gefährliche Situationen die dadurch entstehen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer rücksichtslos verhalten. Eigentlich liegt es mir fern eine Gruppe von Menschen über einen Kamm zu scheren, aber wer mir verhältnismässig oft negativ auffällt sind Taxifahrer. Viele andere sind überblicken die Gefahren vielleicht nicht, die durch zu knappes Überholen oder unvorsichtiges Rechtsabbiegen entstehen aber Taxifahrer sind Berufsfahrer haben auf der Straße sehr viel mehr Erfahrung als andere und dennoch sind es immer wieder diese beige-gelben Autos mit der gelben Leuchte auf dem Dach die mich zu einer unkontrollierten Vollbremsung zwingen. Und ich verstehe wirklich nicht warum.

Weiterlesen