Sauber oder Saubär?

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat es wieder getan. Zusammen mit dem VCD haben sie den Freistaat Bayern verklagt, in erster Instanz gewonnen und Bayern ist nun dazu gezwungen, wirksame Maßnahmen gegen die Überschreitung von Stickstoffdioxid in München zu treffen.

Und was macht die Stadt München? Sie beantragt ein Berufungsverfahren beim Verwaltungsgericht da ihrer Meinung nach die Urteilsbegründung fehlerhaft ist. Stephanie Jacobs (Mit der eine saubere Stadt niemals was werden wird) sagte dazu: „Wir als Kommune sollen einen Gordischen Knoten zerschlagen, ohne das Handwerkszeug dafür zu haben.“ Sie meint damit, dass es keine rechtliche Grundlage für eine Citymaut oder ein Einfahrverbot für alte Diesel gibt.

Tegernseer Landstraße

Tegernseer Landstraße

Jetzt mal im Ernst. Fällt denn niemanden etwas besseres ein als die Blaue Plakette oder eine Citymaut? Ich biete hier gerne Nachhilfe an.

„Ja aber wie sollen dann die ganzen Autos???“ – Sollen sie eben nicht. Die Grenzwerte für Schadstoffbelastungen gibt es seit 2006. Ebenso lange werden sie überschritten bzw. von Stadt und Staat ignoriert. Jetzt in Berufung zu gehen ist auch nur eine Taktik um etwas Zeit zu gewinnen. Das ist peinlich!

Was ist denn eigentlich das Ziel von Citymaut und Fahrverbote? Weniger Emission durch weniger Verkehr? Das kann man auch erreichen indem man weniger Angebote für KFZ schafft. Stattdessen baut ihr den Isarring dreispurig aus.

30% setzen aufs Rad

Das statistische Bundesamt hat heute eine Zahl veröffentlicht, die mich dann doch überrascht hat. In Großstädten >500.000 Einwohner setzten 30% der Menschen ausschließlich auf’s Rad und ÖPNV. Die Zeit meint dazu, 30% würden auf’s Auto verzichten. Meine Meinung dazu ist bekannt. 70% verzichten regelmäßig auf’s Rad. Es ist dabei übrigens noch viel Luft nach oben. Denn wie die Sueddeutsche schreibt, kommt der Trend noch nicht überall an und das Umweltbundesamt ist der Meinung, dass etwa 30% der Autofahrten auch mit dem Fahrrad praktikabel zu erledigen sind.

Serie von Fahrraddiebstählen geklärt

Die Münchner Polizei hat eine Serie von Fahrraddiebstählen aufgeklärt. Über ein Jahr lang wurden in München Kellergeschoße aufgebrochen und hochwertige Fahrräder geklaut.

Allein im Juni kam es zu 63 Einbruchdiebstählen. Die versperrten Kellerabteile wurden durch den damals unbekannten Täter mit brachialer Gewalt aufgebrochen und die Fahrräder entwendet.

Insgesamt werden dem Rumänen nun 247 solcher Diebstähle mit einem Schaden von über 400.000 Euro zur Last gelegt.

Bis jetzt konnten noch nicht alle Fahrräder zugeordnet werden. Wer seines noch vermisst, wird gebeten sich bei der Polizei zu melden. Hier ist aufgelistet, zu welchen Rädern noch die Besitzer gesucht werden.

 

Das Ghostbike an der Lindwurmstraße

Ghostbike an der Kreuzung Lindwurmstraße-Poccistraße

Ghostbike an der Kreuzung Lindwurmstraße-Poccistraße

Kennt ihr die  Stelle, wenn man die Lindwurmstraße in Richtung Süden fährt und an der Ampel beim KVR über die Poccistraße überqueren muss? Das ist eine äußerst gefährliche Stelle weil der Radweg erst kurz vor der Kreuzung hinter den Bäumen und Parkplätzen auftaucht und vom der Rechtsabbiegerspur für Autos wirklich nur schwer einzusehen ist. Wer im Sommer an einem der Tische der (ausgezeichneten) Dönerbude sitzt, kann bei fast jeder Ampelschaltung einen Beinaheunfall beobachten. Als ich gestern an der Stelle vorbei kam, stand dort ein weiß angestrichenes Fahrrad und hab das schlimmste befürchtet.

Aber nein! Glück gehabt. Das ist gar kein normales Geisterfahrrad, sondern eines von diesen unsäglichen Werbefahrrädern die in München seit einiger Zeit an jede noch so unpassende Stelle angekettet werden. Das hier geht meiner Meinung nach aber wirklich zu weit.

München und die Geisterradler

Man hat den Eindruck, sie haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen: Radfahrer, die ganz selbstverständlich in der falschen Richtung auf dem Radweg unterwegs sind und dabei erwarten, dass ihnen der radelnde Gegenverkehr nach rechts ausweicht. Auch die Medien berichten gern über das Phänomen, wenn die Polizei das Thema in den Fokus rückt.

Geisterradeln ist riskant und spielt eine erhebliche Rolle bei Fahrradunfällen – die Münchner Polizei bezeichnet das Geisterradeln sogar als Unfallursache Nummer Eins bei Radfahrern. Unerwähnt bleibt dabei meistens, wie es mit einer möglichen Mitverantwortung der anderen Kollisions-Beteiligten aussieht.

Pragmatisch betrachtet, müssen alle Verkehrsteilnehmer mit Geisterradlern rechnen: Radfahrer, die korrekt auf dem rechten Radweg unterwegs sind. Fußgänger, die einen Radweg überqueren möchten. Rad- und Autofahrer, die einen Radweg überqueren, also beim Abbiegen oder an einer Kreuzung. Und solche Fahrer, die aus einer Ausfahrt kommend auf die Fahrbahn wollen.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Phänomen speziell um Radweg-Geisterradler: Es kommt zwar auch vor, dass eine Einbahnstraße gegen die Richtung beradelt wird, die noch nicht dafür freigegeben ist. Diese Geisterradler auf der Fahrbahn werden vom Gegenverkehr immerhin gut wahrgenommen. Aber kaum ein Radfahrer käme auf die Idee, eine Fahrbahn auf der linken (!) Straßenseite zu beradeln, egal ob mit oder ohne Schutzstreifen für Radfahrer.

Wie kommt es dann, dass auf Radwegen ganz selbstverständlich Linksverkehr praktiziert wird, als sei man bei den Briten? Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schreibt: Der Einrichtung von Zwei-Richtungen-Radwegen wurde, von begründeten Ausnahmen abgesehen, eine Absage erteilt. So genannte „Geisterradler“ seien schon jetzt ein Hauptunfallproblem, das die Planung nicht noch befördern dürfe.

In München sind in den letzten Jahren etliche dieser Ausnahmen aus dem Boden geschossen – ob gut begründet, sei dahingestellt. An manchen Stellen ist offensichtlich, dass man den Radlern einen Umweg ersparen wollte oder das praktizierte Radeln gegen die Richtung legalisieren, und sei es nur für wenige Meter (siehe Bild). Oder Radler, die die Abkürzung über den Gehweg nahmen, auf einen Radweg lotsen wollte. Mancher Zweirichtungsradweg ist so schmal, dass man sehr aufpassen muss, nicht mit dem geplanten und legalen Gegenverkehr zu kollidieren – oder mit Fußgängern:

Übergang am Uni-Hauptgebäude

Bild: Kurzer Zweirichtungsradweg in der Ludwigstraße am Uni-Hauptgebäude

 

Offenbar begünstigt diese Politik der teils provisorisch anmutenden Zweirichtungsradwege, dass Radfahren gegen die Richtung von etlichen Radlern als völlig normal und unbedenklich wahrgenommen wird – zumindest setzt mancher seinen Weg auf der linken Seite weit über die erlaubte Strecke hinaus fort. Und mit zunehmenden Radverkehr fallen die Geisterradler stärker auf und behindern öfter andere Radfahrer, weil auch der Gegenverkehr zunimmt.

(Dies ist eine überarbeitete Fassung eines Eintrags im Maxvorstadtblog.)

Steckrüben sind ein deutsches Trauma

CC BY-NC-ND 2.0 by (http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/)

Heute: Steckrübengrantin
CC BY-NC-ND 2.0 by Gourmandise (http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/)

Es gab Brot aus Steckrübenmehl, Kaffee aus geröstetn Steckrüben, Steckrübensuppe, Steckrübensalat und manchmal auch rohe Steckrüben. Was eigentlich als Viehfutter galt war plötzlich in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Im deutschen Steckrübenwinter anno 1917 haben wir den Verzicht erlent. Und diese Trauma haben wir bis heute nicht überwunden. Wir wollen nicht verzichten!
Dennoch wird Radfahren oft als Verzicht auf’s Auto dargestellt. Das ist aber aus der Sicht des Autofahrers, der sich überlegt mal das Fahrrad zu versuchen. Etwa: „Soll ich heute mal auf’s Auto verzichten und das Velo benutzen?“. Kling nach Steckrüben! Wer wie ich jedoch regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, für den ist das Auto definitv die schlechtere Alternative. Es wäre totaler Quatsch wenn ich behaupten würde auf das Auto zu verzichten.
Will man die Menschen vom Radl überzeugen, muss man eine positive Rethorik verwendet. Etwa: „Wenn ich mit dem Fahrrad fahre, kann ich einfach am Stau vorbei flitzen.“ Oder: „Für mein Fahrrad gibt es überall Parkplätze.“ Vieleicht auch: „Durch die Bewegung auf dem Fahrrad bin ich in der Arbeit viel ausgeglichener.“
Ganz sicher nicht: „Ich verzichte auf das Auto und fahre Rad.“ Da kann man gleich sagen: „Wozu frisches, duftendes Brot, wenn es auch übelriechende Steckrüben gibt?“

Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr

einbahnIch weiß gar nicht, warum ich das zur Zeit so gerne mache, aber ich hab mal wieder beim KVR angefragt. Dieses mal wollte ich wissen, wie das mit den Einbahnstraßen ist, die in München und in anderen Städten nach und nach für den Radverkehr geöffnet werden.

 

Sehr geehrter Herr Moritz,

die Rechtsgrundlage für die Öffnung von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr ist § 41 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Ergänzend wurden von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) herausgegeben. Hierin ist grundsätzlich festgehalten, dass in Einbahnstraßen mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 30 km/h der Radverkehr in beiden Richtungen auf der Fahrbahn zugelassen werden kann, wenn Fahrgassen von mindestens 3 m Breite und ausreichende Ausweichmöglichkeiten für eine sichere Begegnung von Kraftfahrzeugverkehr und Radverkehr vorhanden sind. Demnach kann die Öffnung einer Einbahnstraße für den gegenläufigen Radverkehr im Einzelfall auch dann erfolgen, wenn eine Begegnungswahrscheinlichkeit aufgrund der Verkehrsstärken oder der Länge der Einbahnstraße nur sehr gering ist.

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Schmidt

Vielen Dank, Frau Schmidt, für ihre Antwort. Damit habe ich wieder etwas dazu gelernt. Und wenn es auch nur ist, dass der gesunde Menschenverstand hin und wieder doch niedergeschrieben wird und in Verwaltungsrichtlinien Einzug findet.

Was die Polizei für die Sicherheit der Radfahrer tut

20131128-verkehrspolizei

Foto: Dieter Weinelt (CC BY-ND 2.0)

Ich hab mich ja hier im Blog unglaublich darüber aufgeregt, dass die Polizei nach Unfällen Flyer an Radfahrer verteilt. Auf Anregung in den Kommentaren hab ich bei der Polizei angefragt, ob es solche Aktionen auch für PKW- und LKW-Fahrer gibt und nachdem ich die Hoffnung schon fast aufgegeben habe, bekam ich nach fast einem Monat doch noch eine Antwort.

 

Sehr geehrter Herr Moritz,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Unsere Erfahrung zeigt, dass es Verkehrsteilnehmer gibt, die sich nicht in ausreichendem Maße an Verkehrsregeln halten bzw. diese sogar nach eigenem Gusto interpretieren, was wir keinesfalls dulden und wogegen wir konsequent vorgehen. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Verkehrsteilnehmer bildet diese Gruppe jedoch lediglich einen geringen Anteil, d.h. ein Großteil verhält sich regelkonform.

Unsere Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen im Straßenverkehr richten sich grundsätzlich an alle Verkehrsteilnahmearten, also Kfz-Führer, Radfahrer und Fußgänger. Dabei zielen wir auf ein rücksichtsvolles und entspanntes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer untereinander ab, was auch einmal den aktiven Verzicht auf ein Vorrecht voraussetzt.

Erkenntnisse über eine gezielte Aufklärungsaktion im Zusammenhang mit dem von Ihnen erwähnten Verkehrsunfall liegen auf Seiten des Polizeipräsidiums nicht vor. Häufig betreibt die Verkehrspolizeiinspektion Verkehrserziehung und -aufklärung an der Örtlichkeit von Unfällen mit Schwerverletzten oder tödlichem Ausgang zeitnah einen Infostand. Im Falle eines solchen Infostandes am Ort eines Unfalles mit der Ursache „Toter Winkel“ wird – gänzlich unabhängig von der Schuldfrage – auf die Gefahren des „Toten Winkels“ hingewiesen. Zielrichtung ist hier vorwiegend der Schutz von Radfahrern und Fußgängern als „Ungeschützte Verkehrsteilnehmer“. So sollen diese dafür sensibilisiert werden, dass oftmals gerade auch regelkonformes eigenes Verhalten keinen Schutz vor den Gefahren des „Toten Winkels“ und Fehlverhalten von Kfz-Führern bietet. Eine gezielte Anhaltung von Kfz-Führern an einer solchen Unfallstelle ist verkehrstechnisch oft nicht praktikabel und rechtlich nur sehr eingeschränkt umsetzbar.

Im Rahmen unserer Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ von März bis September 2013 stellte die Vermeidung von Fehlverhalten der Kfz-Führer beim Abbiegen einen Schwerpunkt dar. Zur Erlangung ergänzender Informationen dürfen wir Sie auf unser Internetangebot unter www.polizei.bayern.de/muenchen/ hinweisen. Dort können Sie neben den Inhalten der Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ auch das Lagebild „Ungeschützte Verkehrsteilnehmer Radfahrer – Fußgänger“ und unsere jährlichen Verkehrsberichte einsehen.

Wir hoffen, Ihnen mit unserer Antwort weitergeholfen zu haben und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Markus Koch
Polizeihauptkommissar

 

Außerdem wurden mir noch die Links zu zwei Flyern geschickt. Einer, mit dem andere Verkehrsteilnehmer auf dei Gefahren des Toten Winkels aufmerksam gemacht werden. Und ein zweiter, der momentan in größerer Stückzahl gedruckt und vor allem an Lieferunternehmen verteilt wird.

Es ist also nicht so, dass den Opfern (und potentiellen Opfern) solcher Unfälle durch solche „Belehrungsaktionen“ eine Mitschuld nach dem Motto „Selber Schuld, du weißt doch wie gefährlich es neben solchen Fahrzeugen ist“ aufgedrängt wird. Vielmehr wirbt die Polizei auf beiden Seiten für Vorsicht und Rücksichtnahme. Deshalb möchte ich mich hier auch für meine früheren, harschen Worte entschuldigen.

Und ein Tipp für die Zukunft: Solche Aktionen sollten anders kommuniziert werden. Denn eine Pressemeldung wie diese hier:

Aufgrund des schweren Radfahrunfalls am Montag, 21.10.2013, führt die Verkehrspolizeiinspektion Verkehrserziehung und ‑aufklärung in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion 15 (Sendling) am Donnerstag, 24.10.2013, von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr, im Gelände der Universität, Arcisstraße 21 bzw. in näherer Umgebung eine Verkehrsaufklärungsaktion durch. (Quelle)

Kann man schnell in den falschen Hals bekommen.

Stadtverwaltung und Polizei wettern gegen die critical mass…

… in Osnabrück.

Wie wahrscheinlich einige mitbekommen haben, wurde im Oktober die critical mass in Osnabrück von der Polizei eingekesselt, da es sich ihrer Meinung nach um eine Veranstaltung handelt. Diese müsse angemeldet werden, ein Veranstaltungsleiter müsse genannt werden. Zum Schluss durften sie dann, mit Polizeeskorte, eine Runde um die Innenstadt drehen. Das ist jetzt natürlich keine CM wie man sich das vorstellt und so waren alle gespannt, was im November passieren würde.

Noch bevor die CM im November irgendwo angekündigt wurde, hat sich jetzt die Stadt gemeldet und daran erinnert, dass man die CM doch als Demonstration anmelden müsse. Ansonsten sei die Polizei dazu angehalten die Versammlung aufzulösen.

Besonders den letzten Absatz in der Nachricht finde ich bemerkenswert:

Ihre Aktion kann nicht als Fahrt im „geschlossenen Verband“ gemäß § 27 der Straßenverkehrsordnung angesehen werden. Man kann zwar davon ausgehen, dass mehr als 15 Radfahrer teilnehmen werden, weitere Voraussetzung für die Inanspruchnahme von Sonderrechten als „geschlossener Verband“ werden aber nicht erfüllt sein. Für die Durchführung wäre zunächst ein Verbandsführer zu benennen, im Verband darf maximal zu zweit nebeneinander gefahren werden, die allgemeinen Verkehrsregeln müssen (mit wenigen Ausnahmen) eingehalten werden und zu einer Blockade ganzer Fahrtstreifen darf es schon gar nicht kommen. Eine derartig durchgeführte Verbandsfahrt entspricht somit sicher nicht den Vorstellungen einer Critical-Mass-Aktion.

Denn daran soll es nun wirklich nicht scheitern. Verbandsführer ist, wer vorne fährt. Wenn die Polizei das so wünscht, dann wäre es meiner Meinung nach auch kein Problem den Verbandsführer nicht immer wieder zu wechseln. Und zu zweit nebeneinander… Naja, bei 200 Teilnehmern und angemessenen Sicherheitsabstand ist damit auch eine Spur belegt. Nur der Zug wird vermutlich doppelt so lange werden (und weniger lustig). Man sollte der Stadtverwaltung und der Polizei versichern, sich an die Verbandsregeln zu halten, denn ich finde, dass entspricht ganz genau den Vorstellungen einer Critical-Mass-Aktion.

Das Radl zum Schluss

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Aus Sicht der Radfahrer…

 

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… und aus Sicht der Autofahrer

Welchen Stellenwert das Radl in München – die Stadt nennt sich immerhin Radlhauptstadt – tatsächlich hat, sieht man meiner Meinung nach an kaum einer Stelle besser als in Thalkirchen. Etwa in Höhe der Kletterhalle gibt es einen (benutzungspflichtigen) Radlweg entlang der Thalkirchner Straße. An der Kreuzung zur Axel-von-Ambesser-Straße (eine Sackgasse mit Zufahrt zu 9 Häusern) muss man als Radfahrer bremsen und dem Querverkehr die Vorfahrt gewähren während gleichzeitig die parallel dazu verlaufende Thalkirchner Straße eine Vorfahrtsstraße ist. Jetzt ist es aber so, dass direkt an der Kreuzung ein Trafohäuschen steht und die Sicht behindert, so dass der Radverkehr erst auf den letzten Metern auf die Straße sieht und umgekehrt. Die wenigen Anwohner wissen um die Problematik und in der Praxis sieht es so aus, dass sich Radlfahrer und Autofahrer vorsichtig an die Kreuzung herantasten und wenn keiner kommt (und das ist dort meistens der Fall) losfahren. Manchmal aber kommt es vor, dass sich die Wege kreuzen und was dann passiert ist sinnbildlich für die ganze Stadt. Der Radlfahrer muss stehen bleiben und für den Autofahrer geht es weiter – und zwar etwa 20 Meter bis zur Thalkirchner Straße. Dort muss er dann warten. Wenn man den Verkehr also mal der Priorität nach ordnet – den unwichtigsten Teilnehmer zuerst dann sieht die Liste in etwa so aus:

  • Fahrrad
  • Auto
  • viele Autos

Wenn wir die ersten beiden Punkte der Liste austauschen könnten, dann wäre schon viel gemacht. Ich denke die meisten Radfahrer sehen es durchaus ein, dass es in der Stadt auch immer Straßen geben wird, auf denen der motorisierte Verkehr schon in der Planung Vorrang hat und vielleicht auch haben muss. An allen anderen Stellen wünsche ich mir, dass der Radverkehr das Sagen hat. München sollte 47% Fahrradstraßen haben, nicht 47.