Die Sage von der Critical Mass

Der Sage nach ließ sich zu München kurz vor dem Oktoberfest ein wunderlicher Mann sehen. Er hatte ein Obergewand aus moosgrün und beige an, und gab sich mit lauter Stimme als Schutzpatron aus. Er versprach, alle Radfahrer vor den Unbillen des Verkehrs zu schützen. Denn die Stadt litt zu dieser Zeit unter einer großen Autoplage, der sie selbst nicht Herr wurde, weshalb viele das Angebot des Fremden zunächst begrüßten. Während sich aber die echte Gruppe an der Bavaria versammelte, kamen viele andere nun auf das Wiesngelände, an die 40 an der Zahl. Sie vergassen auch plötzlich alle ihre Freunde, die noch auf der beschwerlichen Anreise waren. Der namenlose Fremde lies seine Flöte in der Gasse ertönen und lockte dazu immer mehr mit seinem blauen Licht an. Dabei kamen Knaben und Mägdlein in großer Anzahl gelaufen. Diese führte er zum Goetheplatz hinaus, wo er mit ihnen verschwand. Nur zwei kehrten zurück, weil sie sich verspätet hatten. Ein Knäblein war umgekehrt, um sein Obergewand zu holen, denn zur Strafe kam nun ein großes Unwetter. Blitze zuckten vom Himmel herab, die Wolken entleerte sich in Strömen. Auch nach Stunden hatte sich der Himmel nicht beruhigt. Einige sagten, der moosgrüne Mann hätte alle in eine Höhle geführt worden, im ganzen waren über 50 Menschen verschwunden, die nicht mehr gesehen wurden.

Ein Gastbeitrag von Matthias Wjist