Allgemein

3. Münchner Radlflohmarkt

Am So. 13. April ist wieder Radlflohmarkt im Backstage. Wer noch einen alten Drahtesel für die Stadt braucht, ist dort sicher gut aufgehoben.

http://www.radlhauptstadt.muenchen.de/radlflohmarkt/

Fahrradunfälle im Februar 2014

  • Am 5.2.2014 fuhr ein Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung auf einem Radweg und wurde beim überqueren einer Straße „vermutlich aus Unachtsamkeit“ nicht wahrgenommen. Der Radfahrer hatte einen Helm auf. Das konnte seine Wirbelsäulenfraktur dennoch nicht verhindern.
  • Am 9.2.2014 ist ein Rentner an den Folgen eines Radunfalls im Dezember verstorben. Damals hatte ein Mercedesfahrer beim Überholen nicht aufgepasst.
  • Am 15.2.2014 missachtete ein Rentner auf dem Fahrrad die
    Vorfahrtsregelung (in einem verkehrsberuhigten Bereich!) und wurde trotz Helm schwer verletzt.
  • Am 20.2.2014 gab es einen Unfall mit zwei Radfahrern. Der Eine wollte überholen, der Andere abbiegen. Ich wollte mir die Stelle auf google Maps anschauen, aber aus dem Polizeibericht geht nicht hervor wo das passiert ist. Traurig an der Sache ist, dass einer der Radfahrer sich vom Unfallort entfernt hat. Sowas macht man einfach nicht.

Wie immer ist das nur eine Zusammenfassung der Pressemeldungen der Polizei.

Radldemo für die Umgestaltung der Rosenheimer Straße

Heute ist eine Email von den Initiatoren der Petition zur Umgestaltung der Rosenheimer Straße reingekommen. Für den 1. März wird zu einer Demonstration eingeladen.

 

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

am Samstag, 1. März 2014, bekommt Ihr die Möglichkeit, Euch direkt vor Ort für den Radfahrstreifen in der Rosenheimer Straße einzusetzen.

Kommt zur Radldemo und seid als Radfahrerinnen und Radfahrer präsent. Wir starten um 14:00 Uhr am Rosenheimer Platz und radeln gemeinsam entlang der Rosenheimer Straße bis zur Orleansstraße. Von dort geht es mit dem Fahrrad zurück und zur Abschlusskundgebung am Weißenburger Platz. Sabine Nallinger (GRÜNE), Martin Glas (ADFC) und Martin Glöckner (Green City) sind auch mit dabei.

Informiert Freunde, Familie und Bekannte über die Petition und die Radldemo. Gemeinsam zeigen wir, dass sicheres Radeln Platz braucht!

Alle weiteren Informationen zur Petition erhalten Sie unter diesem Link:

https://www.openpetition.de/petition/online/jetzt-radfahrstreifen-in-der-rosenheimer-strasse-sicheres-radeln-braucht-platz

Dies ist ein Service von openPetition

Critical Mass am 21. Februar

critical-flyerServus miteinander!

Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind Teil des Verkehrs!

In diesem Sinne, schwingt euch in die Sättel und wir fahren gemeinsam durch Münchens Straßen.

Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Critical Mass ist eine kreative Form des Straßenprotests, bei der sich mehrere Fahrradfahrer scheinbar zufällig treffen, um auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen. Sie ist desorganisiert, antihierarchisch und hat keine Verantwortlichen. Alle können mitradeln!

Link zum Facebook-Event

Der Radweg in der Schäftlarnstraße

Gemeinsamer Rad- und Fußweg in der Schäftlarnstraße

Gemeinsamer Rad- und Fußweg in der Schäftlarnstraße

Heute ist mir nach meckern zu Mute. Einfach so. Nämlich über den gemeinsamen Fuß- und Radweg in der Schäftlarnstraße. Von Süden kommend, fährt man hier ca. 800 m lang gemeinsam mit den motorisierten Fahrzeugen auf der Straße und etwa auf höhe der Hausnummer 100 beginnt der gemeinsame Fuß- und Radweg. Laut einer Verwaltungsvorschrift (Nr. 20) ist eine der Vorraussetzungen, dass ein socher Weg als Benutzungspflichtig gekennzeichnet werden darf, dass er (innerorts) mindestens 2.50m breit ist. Von diesem mindestmaß darf an kurzen Stellen (hier der Fall) abgewichen werden, wenn es erforderlich und verhältnissmäßig ist. Das ist hier keinesfalls gegeben, denn schließlich ist es ist es die 800 m davor auch kein Problem auf der Straße zu fahren. Und weil ich dort jeden Tag fahre, kann ich mit Gewissheit sagen: Es ist wirklich kein Problem.

Die Radfahrer sind doch selber schuld!

Manchmal lese ich sachen, da muss ich würgen. So geschehen, bei einem Kommentar in der Online-Ausgabe des Kölner Stadtanzeigers. Dort wurde darüber berichtet, dass ein LKW beim Abbiegen einen Radfahrer schwer erwischt hat. Hier der Kommentar dazu…

 

Richard M. sagt:

sicher ein schlimmer unfall. mal gute besserung ohne bleibende schäden wünsche.. ich sehe mal unsere polizei gefordert gnadenlos radfahrer zur kasse zu bitten! sonntag 17  uhr Ringe höhe rudolfplatz unzählige radfahrer ohne licht bei rot über die ampeln mitten über den gehweg usw. um 18 :00 uhr Hohestraße (gehe mit meinem altargeschenk spazieren) mind. 25 radfahrer größten teils ohne licht im affentempo durch die fußgängerzohne. am rheinufer ist es sonntag mittag auch nicht besser,, die gleichen typen von radfahrern auf der sülzburg str. oder klettenberg usw. dazu kommt dann noch das fahren entgegen auf einbahnsttr. (das müsste sofort abgeschafft werden) vor knapp einer std. kommt mir ein wildgewordener radfahrer am neumarkt mitten im linksabbieger entgegen, fast getroffen, er zeigt mir noch den EFFI (mittelfinger– schade das ich ihn nicht erwicht habe) also liebe polizei handelt mal ihr habt doch beamte in der ausbildung, nicht immer nur blitzen und radarfallen, zieht diese wilden mal aus dem verkehr

Ich hab mich ja inzwischen daran gewöhnt, dass wir Radfahrer immer wieder auf unsere Fehler aufmerksam gemacht werden, aber das ist echt krass. Zumal das Unfallopfer alles richtig gemacht hat und der LKW fahrer schlicht ohne Hirn und Verstand im Blindflug unterwegs war…

Der Radweg an der Rosenheimer Straße

Der Stadtrat hat entschieden. Die Rosenheimer Straße bekommt vorerst keinen Radweg und die Anwohner sind verärgert. Während man sich überall in der Stadt gegen benutzungspflichtige Radwege empört, kämpfen die Haidhausener um Einen. Und beides hat seine Berechtigung, denn eine Verwaltungsvorschrift zur StVO sagt:

Benutzungspflichtige Radwege dürfen nur angeordnet werden, wenn ausreichende Flächen für den Fußgängerverkehr zur Verfügung stehen. Sie dürfen nur dort angeordnet werden, wo es die Verkehrssicherheit oder der Verkehrsablauf erfordern. Innerorts kann dies insbesondere für Vorfahrtstraßen mit starkem Kraftfahrzeugverkehr gelten.

An der Rosenheimer Straße wäre ein benutzungspflichtiger Radweg tatsächlich angebracht. Nur hat er, nach ansicht der CSU und SPD dort keinen Platz. Statt dessen will man nochmal alternative Routen prüfen und wissen, ob man die Parkplätze wirklich braucht. Dabei wurde von einem Gutachter versichert, dass es den Verkehr nicht merklich behindern würde. Am Beispiel der Kapuzinerstraße, sieht man ja auch, dass es geht. In einer anderen großen autofahrerfreundlichen und radfahrerfeindlichen Stadt – Hamburg – hat man es gewagt, eine viel befahrene Straße von vier auf zwei Spuren zu verkleinern. Und die Hamburger sind zufrieden. Viele Leute haben sogar das Gefühl, der Verkehr würde jetzt irgendwie flüssiger rollen.

Dabei geht es hier bestimmt nicht nur um mehr Sicherheit auf der Straße, sondern auch um mehr Lebensqualität. Weniger Hupen, weniger Autos, weniger Verkehr und bessere Luft sind Dinge, die sich Anwohner wünschen. Ich persönlich finde es unsäglich, was sich der Stadtrat hier erlaubt. Es existiert ein gutes Konzept für die Rosenheimer Straße. Eine Umgestaltung ist für die Sicherheit, nicht nur der Radfahrer, nötig. Und unsere Politiker vertagen eine Entscheidung auf die ferne Zukunft, bzw. haben sich bereits deutlich gegen die Wünsche der Münchner entschieden. Meiner Meinung nach, gibt es jetzt eine Hand voll Alternativen wie es weiter geht.

  1. Wir sitzen es aus. Es wird so lange nichts gemacht, bis sich die Aufregung gelegt hat und es geht weiter wie bisher. Das ist die dumme Variante.
  2. Man bekennt Farbe. Die Rosenheimer Straße, so wie sie momentan gestaltet ist,  ist für den Radverkehr ungeeignet. Deshalb kann man sie auch für Radfahrer sperren und durch Polizeikontrollen sicherstellen, dass das auch einghalten wird. Das wäre die einfachste Variante.
  3. Oder aber, man nimmt ein paar Liter Farbe in die Hand und malt einen Radweg. Das geht über nacht. Wenn sich zeigt, dass es nichts taugt, dann entfernt man die Markierung (auch über nacht) wieder und kann sich noch zwischen 1) und2) entscheiden. Das ist die mutige Variante.

Ich persönlich bevorzuge Variante 4. Die Rosenheimer Straße muss entsprechend dem Vorschlag (Seite 7, Variante b) umgestaltet werden. Ich habe deswegen mal einen Petition vorbereitet. Wer das gut findet, kann sich die Vorlage ausdrucken und sich bei mir melden, wenn sich ein paar Unterzeichner gefunden haben. Mal schauen, ob sich was tut.

PetitionRosenheimerStr

Edit: Es gibt jetzt eine Online-Petition. In Zeiten des Internets natürlich viel bequemer.

https://www.openpetition.de/petition/online/jetzt-radfahrstreifen-in-der-rosenheimer-strasse-sicheres-radeln-braucht-platz

 

Das Ghostbike an der Lindwurmstraße

Ghostbike an der Kreuzung Lindwurmstraße-Poccistraße

Ghostbike an der Kreuzung Lindwurmstraße-Poccistraße

Kennt ihr die  Stelle, wenn man die Lindwurmstraße in Richtung Süden fährt und an der Ampel beim KVR über die Poccistraße überqueren muss? Das ist eine äußerst gefährliche Stelle weil der Radweg erst kurz vor der Kreuzung hinter den Bäumen und Parkplätzen auftaucht und vom der Rechtsabbiegerspur für Autos wirklich nur schwer einzusehen ist. Wer im Sommer an einem der Tische der (ausgezeichneten) Dönerbude sitzt, kann bei fast jeder Ampelschaltung einen Beinaheunfall beobachten. Als ich gestern an der Stelle vorbei kam, stand dort ein weiß angestrichenes Fahrrad und hab das schlimmste befürchtet.

Aber nein! Glück gehabt. Das ist gar kein normales Geisterfahrrad, sondern eines von diesen unsäglichen Werbefahrrädern die in München seit einiger Zeit an jede noch so unpassende Stelle angekettet werden. Das hier geht meiner Meinung nach aber wirklich zu weit.

München und die Geisterradler

Man hat den Eindruck, sie haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen: Radfahrer, die ganz selbstverständlich in der falschen Richtung auf dem Radweg unterwegs sind und dabei erwarten, dass ihnen der radelnde Gegenverkehr nach rechts ausweicht. Auch die Medien berichten gern über das Phänomen, wenn die Polizei das Thema in den Fokus rückt.

Geisterradeln ist riskant und spielt eine erhebliche Rolle bei Fahrradunfällen – die Münchner Polizei bezeichnet das Geisterradeln sogar als Unfallursache Nummer Eins bei Radfahrern. Unerwähnt bleibt dabei meistens, wie es mit einer möglichen Mitverantwortung der anderen Kollisions-Beteiligten aussieht.

Pragmatisch betrachtet, müssen alle Verkehrsteilnehmer mit Geisterradlern rechnen: Radfahrer, die korrekt auf dem rechten Radweg unterwegs sind. Fußgänger, die einen Radweg überqueren möchten. Rad- und Autofahrer, die einen Radweg überqueren, also beim Abbiegen oder an einer Kreuzung. Und solche Fahrer, die aus einer Ausfahrt kommend auf die Fahrbahn wollen.

Eigentlich handelt es sich bei diesem Phänomen speziell um Radweg-Geisterradler: Es kommt zwar auch vor, dass eine Einbahnstraße gegen die Richtung beradelt wird, die noch nicht dafür freigegeben ist. Diese Geisterradler auf der Fahrbahn werden vom Gegenverkehr immerhin gut wahrgenommen. Aber kaum ein Radfahrer käme auf die Idee, eine Fahrbahn auf der linken (!) Straßenseite zu beradeln, egal ob mit oder ohne Schutzstreifen für Radfahrer.

Wie kommt es dann, dass auf Radwegen ganz selbstverständlich Linksverkehr praktiziert wird, als sei man bei den Briten? Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schreibt: Der Einrichtung von Zwei-Richtungen-Radwegen wurde, von begründeten Ausnahmen abgesehen, eine Absage erteilt. So genannte „Geisterradler“ seien schon jetzt ein Hauptunfallproblem, das die Planung nicht noch befördern dürfe.

In München sind in den letzten Jahren etliche dieser Ausnahmen aus dem Boden geschossen – ob gut begründet, sei dahingestellt. An manchen Stellen ist offensichtlich, dass man den Radlern einen Umweg ersparen wollte oder das praktizierte Radeln gegen die Richtung legalisieren, und sei es nur für wenige Meter (siehe Bild). Oder Radler, die die Abkürzung über den Gehweg nahmen, auf einen Radweg lotsen wollte. Mancher Zweirichtungsradweg ist so schmal, dass man sehr aufpassen muss, nicht mit dem geplanten und legalen Gegenverkehr zu kollidieren – oder mit Fußgängern:

Übergang am Uni-Hauptgebäude

Bild: Kurzer Zweirichtungsradweg in der Ludwigstraße am Uni-Hauptgebäude

 

Offenbar begünstigt diese Politik der teils provisorisch anmutenden Zweirichtungsradwege, dass Radfahren gegen die Richtung von etlichen Radlern als völlig normal und unbedenklich wahrgenommen wird – zumindest setzt mancher seinen Weg auf der linken Seite weit über die erlaubte Strecke hinaus fort. Und mit zunehmenden Radverkehr fallen die Geisterradler stärker auf und behindern öfter andere Radfahrer, weil auch der Gegenverkehr zunimmt.

(Dies ist eine überarbeitete Fassung eines Eintrags im Maxvorstadtblog.)

Steckrüben sind ein deutsches Trauma

CC BY-NC-ND 2.0 by (http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/)

Heute: Steckrübengrantin
CC BY-NC-ND 2.0 by Gourmandise (http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/)

Es gab Brot aus Steckrübenmehl, Kaffee aus geröstetn Steckrüben, Steckrübensuppe, Steckrübensalat und manchmal auch rohe Steckrüben. Was eigentlich als Viehfutter galt war plötzlich in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Im deutschen Steckrübenwinter anno 1917 haben wir den Verzicht erlent. Und diese Trauma haben wir bis heute nicht überwunden. Wir wollen nicht verzichten!
Dennoch wird Radfahren oft als Verzicht auf’s Auto dargestellt. Das ist aber aus der Sicht des Autofahrers, der sich überlegt mal das Fahrrad zu versuchen. Etwa: „Soll ich heute mal auf’s Auto verzichten und das Velo benutzen?“. Kling nach Steckrüben! Wer wie ich jedoch regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, für den ist das Auto definitv die schlechtere Alternative. Es wäre totaler Quatsch wenn ich behaupten würde auf das Auto zu verzichten.
Will man die Menschen vom Radl überzeugen, muss man eine positive Rethorik verwendet. Etwa: „Wenn ich mit dem Fahrrad fahre, kann ich einfach am Stau vorbei flitzen.“ Oder: „Für mein Fahrrad gibt es überall Parkplätze.“ Vieleicht auch: „Durch die Bewegung auf dem Fahrrad bin ich in der Arbeit viel ausgeglichener.“
Ganz sicher nicht: „Ich verzichte auf das Auto und fahre Rad.“ Da kann man gleich sagen: „Wozu frisches, duftendes Brot, wenn es auch übelriechende Steckrüben gibt?“