Tempo 30, es tut sich was

CC BY-NC-SA 2.0 DE by  Tom Magliery https://www.flickr.com/photos/mag3737/

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Innerorts Tempo 30 als reguläre Geschwindigkeitsbegrenzung und 50km/h nur noch ausnahmsweise. Das wäre sicherlich ein Traum vieler Radlfahrer und sinnvoll wäre es allemal. Freilich stößt das auf Widerstand. Wenn der BR darüber berichtet dann unter der Schlagzeile „Provokante Forderung – Verkehrsclub fordert Tempo 30 innerorts“
Doch es tut sich was. Vielleicht. Zumindest vor Schulen und Kitas.

Der Beitrag der Polizei

Ich hab’s ja schon einmal gesagt und ich kann es nur wiederholen. In München kommt das Fahrrad ganz zum Schluss. Das ist in Verkehrsplanung so – Das ist auch bei der Polizei so. Unter diesem Link findet man einen Pressebricht des Poizeipräsidiums München vom 10.04.2015. Es ist eine Sonderbeilage zur Pressekonferenz „Gscheid radln – aufeinander achten!“

Ich vermisse dort einige wichtige Punkte:

  1. Die Empfehlung zum Tragen eines Helmes für Autofahrer blieb unerwähnt. 26% der Unfallbedingten Hirnverletzungen gingen auf das Konto von PKW-Insassen. Fahrradfahrer und Fußgänger schaffen es zusammen auf etwa 1%. Ich persönlich empfehle sogar eine Helmpflicht für Autofahrer. Das würde innerhalb weniger Jahre die Zahl der Autofahrer um 44% senken und wäre damit ein bedeutender Beitrag zur Sicherheit der Radlfahrer.
  2. Es fehlt auch der Hinweis, dass Autofahrer sich nicht durch Musikwiedergabegeräte ablenken lassen sollten. Obwohl erwiesen ist, dass das die Konzentrationsfähigkeit senkt.
  3. Es fehlt auch der Hinweis, dass das Auto in bunten, leutenden, glitzernden und reflektierenden Farben zu bemalen ist (auffällig!!!). Auf den vielen schlecht ausgeleuchteten und unübersichtlichen Straßen naben den vorbildlichen Radlwegen sind sie sonst kaum zu sehen.
  4. Es fehlt auch unbedingt der Hinweis, dass die Handybentutzung während der Autofahrt verboten ist. Zwar ist das vom Gesetzgeber so geregelt, aber trotzdem!

Radlfahrer werden selbstverständlich auf alle diese Punkte hingewiesen.

Tipps für Radlfahrer, Fußgänger und Autofahrer sind (mal mehr, mal weniger sinnvoll) genug dabei. Was allerdings wirklich fehlt, ist ein Hinweis, was Politik und Stadtplanung zur Sicherheit der Radlfahrer tun können. Gute Fahrradinfrastruktur ist meiner Meinung nach das Einzige, was wirklich vor Unfällen schützen kann. Fehlverhalten, ob absichtlich oder nicht, wird es auf der Straße immer geben. Für Unachtsamkeiten im Auto, zu Fuß oder auf dem Fahrrad braucht es keine Musik, kein Handy, keine blendende Sonne und Unfälle können immer passieren. Was wir brauchen ist eine Verkehrsführung die nicht zum Geisterradeln einlädt, die keine Linksabbieger dazu auffordert sich rechts einzuordnen, die freie Fahrt beim Rechtsabbiegen schafft. Bei jeder einzelnen Pressemeldung vergisst die Polizei darauf hinzuweisen, dass der Unfall auch deshalb passieren konnte, weil die baulichen Bedingungen es zugelassen haben.

Liebe Polizei, wenn Sie so hartnäckig für eine Fahrradfreundliche Infrastruktur werben würden, wie Sie es für Helme tun, würden Sie einen Beitrag zur Vermeidung von Unfällen leisten. Mit Ihren Hinweisen auf den Fahrradhelm leisten Sie einen Beitrag zur Vermeidung von Verletzungen. Und selbst das ist strittig.

Fahrräder in die (Schweizer) Verfassung

In der Schweiz kämpft die Veloinitiative dafür, dass die Förderung von Alltags- und Freizeit-Veloverkehr in der Verfassung festgeschrieben wird. In den Kommentaren zum Online-Artikel im Schweizer Tagesanzeiger versucht ein Autofahrer schon im Vorhinein zu intervenieren und sagt, dass das ja alles schön und recht wäre, aber die Finanzierung für Radwege doch bitte nicht die Autofahrer zu tragen hätten. Die Antwort, die er bekommen hat, ist ohne redaktionelle Änderungen zitierfähig:

Die Autofahrer stehen sich ja heute gegenseitig im Weg und schreien nach weiterem Ausbau der Stassen. Dies bedeutet, dass mehr Platz pro Auto geschaffen werden soll. Dies würde viele Milliarden kosten, sofern wir überhaupt soviel Kulturland asphaltieren wollen.
Ein Auto mit einem Fahrer im Berufsverkehr belegt ca 12 Quadratmeter. Ein Velofahrer belegt ca 1 Quadratmeter. Das heisst, dass jeder Autofahrer der aufs Velo umsteigt ca 11 Quadratmeter freigibt. Dies ist nur statisch gerechnet. Dynamisch ist der Unterschied noch viel grösser. Von dieser Verlagerung profitieren die verbleibenden Autofahrer, welchen das Ausdemwegräumen ihrer Platzkonkurrenten zugute kommt.
Mit der Verlagerung inkl Radwegbau ist der geforderte Platz (inkl Parkplätze) viel kostengünstiger realisierbar als mit dem Ausbau von Autostrassen. Somit ist die Finanzierung aus der Autokasse durchaus sachgerecht und fair.
(Werner Graf)

Dem ist nur noch eines hinzuzufügen:

Critical Mass am 27. März

SaoPauloEine außerplanmäßige Critical Mass wird es am 27. März geben. Sao Paulo bittet um internationale Solidarität. Ich werde dem Wunsch gerne nachkommen. Wer noch?

Treffpunkt: 20 Uhr an der Bavaria

 

12 Tips für den bitterkalten Winter

CC-by-sa 3.0/de by H3PO4

CC-by-sa 3.0/de by H3PO4

Es ist wieder soweit. Es wird kalt und nach und nach werden wieder wahnsinnig hilfreiche 12 Tips in den Online-Zeitungen und Blogs auftauchen, die man allesamt beachten sollte. Außer man möchte sich jeden Tag eine irrsinnig gemeine Erkältung zuziehen und sich gleich beim ersten Schneefall alle Knochen brechen. Ich habe habe natürlich auch ein paar Tips für euch. Allerdings nicht ganz so viele. Die üblichen habe ich unter Punkt 1 zusammengefasst. Vom zweiten solltet ihr gebrauch machen wenn dieser nicht mehr zielführend ist.

  1. Benutzt euren natürlichen, gottgegebenen Menschenverstand um nicht zu frieren und um das Rad (so wie man das auch im Sommer tun sollte) in Schuss zu halten.
  2. Belegt eine Kurzwahltaste eures Mobiltelefons mit der Telefonnummer des Winterdienstes. In München wäre das die 089 233-61201. Wenn der Schnee auch dieses Jahr wieder auf euren Wegen liegen bleibt, wird euch da geholfen.

Critical Mass im am 17. Oktober

critical-flyer

Der Bicycle Repairman läd zur Critical Mass ein. Sie soll am 17. Oktober stattfinden… Hier der Link zum Event.

Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind Teil des Verkehrs! Critical Mass ist eine kreative Form des Straßenprotests, bei der sich mehrere Fahrradfahrer scheinbar zufällig treffen, um auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen. Sie ist desorganisiert, antihierarchisch und hat keine Verantwortlichen. Alle können mitradeln!

Wie immer freuen wir uns auf zahlreiche Radler, seid kreativ wenn ihr wollt und packt ein, wer sich mitnehmen lässt beleuchtet Euer Fahrrad oder nehmt Musik mit.

In diesem Sinne, schwingt euch in die Sättel und wir fahren gemeinsam durch Münchens Straßen. Teilt die CM fleißig, ladet Freunde einuns macht wenn Ihr wollt Werbung (Flyer gibts zum runterladen) und …let’s roll!

WICHTIG!! Wir treffen uns um 20:00 und fahren traditionell um ca. 20:30 los. Bitte kommt oben zur Bavaria , damit wir diesmal gemeinsam als Gruppe losfahren können.

ADFC Fahrradlklima-Test 2014

Der ADFC versucht sich auch dieses Jahr ein Bild über die Zustände für Radfahrer in deutschen Städten zu machen. Wer möchte, kann beim ADFC-Fahrradklima-Test mitmachen.