Der Beitrag der Polizei

Ich hab’s ja schon einmal gesagt und ich kann es nur wiederholen. In München kommt das Fahrrad ganz zum Schluss. Das ist in Verkehrsplanung so – Das ist auch bei der Polizei so. Unter diesem Link findet man einen Pressebricht des Poizeipräsidiums München vom 10.04.2015. Es ist eine Sonderbeilage zur Pressekonferenz „Gscheid radln – aufeinander achten!“

Ich vermisse dort einige wichtige Punkte:

  1. Die Empfehlung zum Tragen eines Helmes für Autofahrer blieb unerwähnt. 26% der Unfallbedingten Hirnverletzungen gingen auf das Konto von PKW-Insassen. Fahrradfahrer und Fußgänger schaffen es zusammen auf etwa 1%. Ich persönlich empfehle sogar eine Helmpflicht für Autofahrer. Das würde innerhalb weniger Jahre die Zahl der Autofahrer um 44% senken und wäre damit ein bedeutender Beitrag zur Sicherheit der Radlfahrer.
  2. Es fehlt auch der Hinweis, dass Autofahrer sich nicht durch Musikwiedergabegeräte ablenken lassen sollten. Obwohl erwiesen ist, dass das die Konzentrationsfähigkeit senkt.
  3. Es fehlt auch der Hinweis, dass das Auto in bunten, leutenden, glitzernden und reflektierenden Farben zu bemalen ist (auffällig!!!). Auf den vielen schlecht ausgeleuchteten und unübersichtlichen Straßen naben den vorbildlichen Radlwegen sind sie sonst kaum zu sehen.
  4. Es fehlt auch unbedingt der Hinweis, dass die Handybentutzung während der Autofahrt verboten ist. Zwar ist das vom Gesetzgeber so geregelt, aber trotzdem!

Radlfahrer werden selbstverständlich auf alle diese Punkte hingewiesen.

Tipps für Radlfahrer, Fußgänger und Autofahrer sind (mal mehr, mal weniger sinnvoll) genug dabei. Was allerdings wirklich fehlt, ist ein Hinweis, was Politik und Stadtplanung zur Sicherheit der Radlfahrer tun können. Gute Fahrradinfrastruktur ist meiner Meinung nach das Einzige, was wirklich vor Unfällen schützen kann. Fehlverhalten, ob absichtlich oder nicht, wird es auf der Straße immer geben. Für Unachtsamkeiten im Auto, zu Fuß oder auf dem Fahrrad braucht es keine Musik, kein Handy, keine blendende Sonne und Unfälle können immer passieren. Was wir brauchen ist eine Verkehrsführung die nicht zum Geisterradeln einlädt, die keine Linksabbieger dazu auffordert sich rechts einzuordnen, die freie Fahrt beim Rechtsabbiegen schafft. Bei jeder einzelnen Pressemeldung vergisst die Polizei darauf hinzuweisen, dass der Unfall auch deshalb passieren konnte, weil die baulichen Bedingungen es zugelassen haben.

Liebe Polizei, wenn Sie so hartnäckig für eine Fahrradfreundliche Infrastruktur werben würden, wie Sie es für Helme tun, würden Sie einen Beitrag zur Vermeidung von Unfällen leisten. Mit Ihren Hinweisen auf den Fahrradhelm leisten Sie einen Beitrag zur Vermeidung von Verletzungen. Und selbst das ist strittig.

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