Criticalmass am 15. Mai 2015

critical-flyerServus miteinander!

Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind Teil des Verkehrs!
We’re not blocking traffic, we are traffic!

Die Critical Mass geht am 15. Mai 2015 in die nächste Runde, also schwingt euch in die Sättel und wir fahren wieder gemeinsam durch Münchens Straßen. Wie immer freuen wir uns auf zahlreiche Radler, seid kreativ wenn ihr wollt. Beleuchtet euch und eure Räder, macht Musik oder nehmt welche mit oder verkleidet euch.

(Klick mich)

Es tut sich was (bedenkliches) in der Maxvorstadt

Planung Schleißheimer Straße.

Planung Schleißheimer Straße.

Normalerweise ist es immer ein Grund zum feiern, wenn sich der Stadtrat dazu durchringen kann, die Nahmobilität zu fördern und die Fahrradinfrastruktur ausbaut. In der Schleißheimer Straße wird das wohl geschehen (jippie). Dort wird ab Mai die Straße umgebaut. Es werden ein paar Bäume gepflanzt. Es wird in jede Richtung ein Fahrradstreifen mit einer Breite von 1,25m angelegt und der für fahrende PKWs zur Verfügung stehende Teil der Fahrspur wird sogar noch ein kleines Stück breiter und alle sind glücklich. Wirklich alle? Nein, ein kleines Dorf unbeugsamer… lassen wir den quatsch. Das geht natürlich auf Kosten des Fußweges. Momentan hat der Fußweg in Summe 7,45m. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten werden es insgesamt 4,35m sein. Ganze 3,1m weniger Fußweg um insgesammt 2,5m Schutzstreifen zu schaffen. So haben wir uns die Umverteilung des öffentlichen Raumes wirklich nicht vorgestellt. Jetzt kann man natürlich sagen, die Schleißheimer Straße hat Fußgänger noch nie zum flanieren eingeladen. Das ist richtig. Merkst‘ selber, oder?

Die vollständigen Pläne sind im RIS zu finden.

AOK Bladenight 2015

CC BY-NC-SA 2.0 by Stadtneurotiker https://www.flickr.com/photos/neudinho37/

CC BY-NC-SA 2.0 by Stadtneurotiker
https://www.flickr.com/photos/neudinho37/

Auch 2015 wird es (bei schönem Wetter) jeden Montag von Mai bis September eine Bladenight geben. Diese Veranstaltung gibt es mittlerweile seit 1999 und gilt für mich mittlerweile als feste Institution in Sachen umweltfreundliche Mobilität und (breiten-) sportlichen Engagement. Los geht’s am 4. Mai um 19.00 Uhr auf dem Platz vor dem Verkerhszentrum des Deutschen Museums. Es werden (wie immer) noch Ordner gesucht. Wer Lust hat sich zu Engagieren kann sich hier Informieren. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann der Bladenight bei Facebook oder (seit neuestem auch) auf Twitter folgen. Mal sehen ob es auch dieses Jahr regelmäßig über 5000 Teilnehmer sein werden.

 

Der Radweg an der Rosenheimer (2)

Er wird wohl kommen. Der Radweg zwischen Orelansstraße und Gasteig. Allerdings nicht so, wie sich das viele RadlfahrerInnen wünschen. Die von den RadlfahrerInnen bevorzugte Planungsvariante sah einen zwei Meter breiten Radstreifen vor (zzg. Sicherheitsabstand zu parkenden Autos). Dafür hätte die Rosenheimer Straße eine Fahrspur verloren.
Der Vorschlag zu dem sich die Rathauskoalition jetzt wohl einigen wird, sieht vor, dass die vier Fahrspuren auf je 2,85m verschmälert werden. Dafür werden die Gehwege breiter und die RadlfahrerInnen bekommen links und rechts je 1,50m benutzungspflichtigen Fahrradstreifen. Die Mitglieder des Stadtrats haben damit mal wieder bewiesen, dass das Fahrrad für sie einfach keine Herzensangelegenheit ist. Was in der Rosenheimerstraße kommen wird, ist eine mutlose Minimallösung und vielleicht nicht mal besser als gar nix.

Radgezwitscher

Tempo 30, es tut sich was

CC BY-NC-SA 2.0 DE by  Tom Magliery https://www.flickr.com/photos/mag3737/

CC BY-NC-SA 2.0 DE by Tom Magliery
https://www.flickr.com/photos/mag3737/

Innerorts Tempo 30 als reguläre Geschwindigkeitsbegrenzung und 50km/h nur noch ausnahmsweise. Das wäre sicherlich ein Traum vieler Radlfahrer und sinnvoll wäre es allemal. Freilich stößt das auf Widerstand. Wenn der BR darüber berichtet dann unter der Schlagzeile „Provokante Forderung – Verkehrsclub fordert Tempo 30 innerorts“
Doch es tut sich was. Vielleicht. Zumindest vor Schulen und Kitas.

Der Beitrag der Polizei

Ich hab’s ja schon einmal gesagt und ich kann es nur wiederholen. In München kommt das Fahrrad ganz zum Schluss. Das ist in Verkehrsplanung so – Das ist auch bei der Polizei so. Unter diesem Link findet man einen Pressebricht des Poizeipräsidiums München vom 10.04.2015. Es ist eine Sonderbeilage zur Pressekonferenz „Gscheid radln – aufeinander achten!“

Ich vermisse dort einige wichtige Punkte:

  1. Die Empfehlung zum Tragen eines Helmes für Autofahrer blieb unerwähnt. 26% der Unfallbedingten Hirnverletzungen gingen auf das Konto von PKW-Insassen. Fahrradfahrer und Fußgänger schaffen es zusammen auf etwa 1%. Ich persönlich empfehle sogar eine Helmpflicht für Autofahrer. Das würde innerhalb weniger Jahre die Zahl der Autofahrer um 44% senken und wäre damit ein bedeutender Beitrag zur Sicherheit der Radlfahrer.
  2. Es fehlt auch der Hinweis, dass Autofahrer sich nicht durch Musikwiedergabegeräte ablenken lassen sollten. Obwohl erwiesen ist, dass das die Konzentrationsfähigkeit senkt.
  3. Es fehlt auch der Hinweis, dass das Auto in bunten, leutenden, glitzernden und reflektierenden Farben zu bemalen ist (auffällig!!!). Auf den vielen schlecht ausgeleuchteten und unübersichtlichen Straßen naben den vorbildlichen Radlwegen sind sie sonst kaum zu sehen.
  4. Es fehlt auch unbedingt der Hinweis, dass die Handybentutzung während der Autofahrt verboten ist. Zwar ist das vom Gesetzgeber so geregelt, aber trotzdem!

Radlfahrer werden selbstverständlich auf alle diese Punkte hingewiesen.

Tipps für Radlfahrer, Fußgänger und Autofahrer sind (mal mehr, mal weniger sinnvoll) genug dabei. Was allerdings wirklich fehlt, ist ein Hinweis, was Politik und Stadtplanung zur Sicherheit der Radlfahrer tun können. Gute Fahrradinfrastruktur ist meiner Meinung nach das Einzige, was wirklich vor Unfällen schützen kann. Fehlverhalten, ob absichtlich oder nicht, wird es auf der Straße immer geben. Für Unachtsamkeiten im Auto, zu Fuß oder auf dem Fahrrad braucht es keine Musik, kein Handy, keine blendende Sonne und Unfälle können immer passieren. Was wir brauchen ist eine Verkehrsführung die nicht zum Geisterradeln einlädt, die keine Linksabbieger dazu auffordert sich rechts einzuordnen, die freie Fahrt beim Rechtsabbiegen schafft. Bei jeder einzelnen Pressemeldung vergisst die Polizei darauf hinzuweisen, dass der Unfall auch deshalb passieren konnte, weil die baulichen Bedingungen es zugelassen haben.

Liebe Polizei, wenn Sie so hartnäckig für eine Fahrradfreundliche Infrastruktur werben würden, wie Sie es für Helme tun, würden Sie einen Beitrag zur Vermeidung von Unfällen leisten. Mit Ihren Hinweisen auf den Fahrradhelm leisten Sie einen Beitrag zur Vermeidung von Verletzungen. Und selbst das ist strittig.

Jährlicher Verkehrsbericht des Polizeipräsidiums München

Den Verkehrsbericht der Münchner Polizei gibt es hier zum Download. Ich bin noch nicht dazu gekommen, ihn in Ruhe zu lesen. Vielleicht findet sich jemand, der sich ausführlich damit beschäftigen will? Gastbeiträge sind immer gerne gesehen. Die Zusammenfassung hat die Polizei schon getwittert: