München kommt in Zugzwang

In der SZ-Online ist heute ein interessanter Beitrag zum Thema Umweltbelastung in München. Bei den Stickoxid- und Feinstaubwerten überschreiten wir regelmäßig die Grenzwerte. Da aber jeder ein Recht auf saubere Luft hat, ist die Stadt in Zugzwang. Die DHU droht bereits mit einer Klage falls nichts geschehe und das würde den Freistaat teuer zu stehen bekommen. Bis zu 10.000€ Zwangsgeld pro Tag oder im Extremfall eine Ordnungshaft für den Umweltminister sind möglich. Ich glaube nicht, dass Marcel Huber das schmecken würde…

Die Polizei kümmert sich!

(CC BY-NC 2.0)  by nolnet https://www.flickr.com/photos/nolnet/

(CC BY-NC 2.0) by nolnet https://www.flickr.com/photos/nolnet/

Wenn sich die Polizei um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer besorgt, dann ist das gut. Sie betont dabei auch, dass jeder Rücksicht nehmen muss und die Vorfahrt auch mal Vorfahrt sein lassen sollte um Gefahrensituationen zu vermeiden. Dabei wird immer wieder auch betont, dass auch Kraftfahrer aufpassen müssen und sich rücksichtsvoll verhalten sollten. Polizeihauptkommisar Markus Koch hat mir das sogar schriftlich gegeben. Wie das in der Praxis aussieht, kann man in diesem Video sehen.

Jetzt mal im Ernst. Ihr wollt „aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen“? Ja dann macht es doch… Und belästigt mich nicht mit dem einseitigsten Lehrfilm, seit Erfindung des Fernsehrs.

 

Kommentar zu: Wo wollen wir radfahren?

Die Zeit-online veröffentlichte am 16. Mai einen Artikel zum Thema Fahrradinfrastruktur. Sie berichten über einen Auftritt des ADFC-Geschäftsführers Burkhard Stork auf dem Berliner Vivavelo-Kongress. Stork stellte fest, dass sich nur etwa 5% der Radfahrer sich auf dem Fahrrad sicher fühlen und Fahrradinfrastruktur müsse daher vielleicht völlig neu gedacht werden.

Andrea Reidl interpretiert das so: Entgegen der gängigen Exptertenmeinung müssen Radwege stärker von der Autoinfrastruktur abgegrenzt werden als das in Deutschland der Fall ist. Na gut, so direkt sagt sie das nicht, sondern stellt nur die Frage ob das der richtigere Weg wäre. Eine Frage wird jedoch nicht gestellt. Warum fühlen sich Radfahrer auf der Straße unsicher? Die Antwort darauf ist offensichtlich und soll hier nicht weiter diskutiert werden. Vielmehr geht es mir um die zwei Videos, die im Artikel verlinkt sind (über Eidhoven und Portland) und ihre These untermauern sollen. In diesen Videos wird aber vor allem eines deutlich: Wir haben noch sehr, sehr viel zu lernen!

Wer ist in München schon mal mit dem Rad zum Hauptbahnhof gefahren um es dort für einige Nächte abzustellen? Genau! In Eidhoven hat man in zentraler Lage ein rießiges, kostenloses, bewachtes Fahrradparkhaus gebaut. In Portland gibt es kostenlose, bewachte Fahrradparkplätze an denen das Personal noch kleinere Pannen beseitigt während man unterwegs ist (OK, das allerdings nur gegen Aufpreis). Bei uns hingegen stehen an jedem Bahnhof (und an den zentralen Bahnhöfen ganz besonders) einige Fahrräder mit zertretenen Felgen, die alle Jahre beseitigt werden. Ein öffentlicher Ort in München, an dem ich mein Fahrrad guten Gewissens längere Zeit abstellen kann… Gibt’s sowas???

Das Video aus Eidhoven zeigt auch die vom Autoverkehr getrennte Infrastruktur. Das sind nicht etwa die 1-2 Meter breiten Radwege parallel zur Straße, wie man sie in München kennt, sondern ganze Straßenzüge, die frei von Ampelkreuzungen und motorisierten Verkehr in jeder Richtung quer durch die Stadt führen. Und dort wo sich PKWs und Fahrradfahrer gemeinsam bewegen, sind 3 Meter breite Radwege. Wohlgemerkt, pro Fahrtrichtung. Die (zumindest gefühlt) am meisten befahrene Fahrrad-Route in München, der Radweg entlang der Isarwestseite, hat nicht die halbe Qualität dessen, was man in den Videos zu sehen bekommt.

Natürlich, Frau Reidl, Fahrrad- und Autoverkehr laufen in den gezeigten Videos getrennt aber wie sie das ausdrücken – „Dort wird der Radverkehr auf der Straße klarer von den Autos abgegrenzt als in Deutschland.“ – ist es falsch. Dort nämlich wird der Autoverkehr auf der Straße klarer von den Radfahrern abgegrenzt. Gegen Autoverkehr der Abseits von Fahrradstraßen, auf denen man in jede Richtung zu viert nebeneinander fahren kann, hat auch hier kein Radfahrer Einwände. Dort wo solche Lösungen jedoch auf politischen Widerstand stoßen (also quasi überall) fordern die Experten zurecht die sicherste Alternative. Keine abgetrennten Radwege wo es keinen objektiven Sicherheitsgewinn gibt.

5. Münchner Radlnacht am 7. Juni

Hier noch ein Terminhinweis. Am 7. Juni ist wieder Radlnacht. Treffpunkt ist 20.15 Uhr am Odeonsplatz. Bereits ab 17.00 Uhr gibt es ein Rahmenprogramm. Wer ist dabei?

Neubürgerradltour: Tour Süd

Von der Stadt München gibt es regelmäßig Radtouren speziell für Neubürger. Ich finde, wir sollten diese Touren durch unsere Anwesenheit bereichern!

Samstag, 24. Mai 2014 | 10:00 | Sendlinger Tor

Diese abwechslungsreiche Tour führt auf 16 Kilometern vom Sendlinger Tor bis nach Fürstenried am Stadtrand von München. Mit der Ausnahme einer längeren Steigung ist der Streckenverlauf eben. Zunächst passieren wir den Jakobsplatz mit Stadtmuseum und Jüdischem Zentrum, durchqueren das quirlige Gärtnerplatzviertel und wenden uns an der Isar nach Süden. Entlang der Isarauen passieren wir die Freizeitzone des Flauchers und gelangen über den Marienklausensteg wieder auf die andere Isarseite. Dort geht es von Thalkirchen aus kurz stramm bergan, damit wir das anschließende im Wandel begriffene Viertel Obersendling erreichen. Im weiteren Verlauf durchqueren wir den Südpark und gelangen schließlich an unser Ziel Fürstenried.

 

Und hier gibt’s den Link dazu.

Critical Mass am 16. Mai

critical-flyerServus miteinander!

Wir behindern nicht den Verkehr, wir sind Teil des Verkehrs!

In diesem Sinne, schwingt euch in die Sättel und wir fahren gemeinsam durch Münchens Straßen.

Für diejenigen, die es noch nicht wissen: Critical Mass ist eine kreative Form des Straßenprotests, bei der sich mehrere Fahrradfahrer scheinbar zufällig treffen, um auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen. Sie ist desorganisiert, antihierarchisch und hat keine Verantwortlichen. Alle können mitradeln!

Wie immer freuen wir uns auf zahlreiche Radler, seid kreativ wenn ihr wollt und packt ein, wer sich mitnehmen lässt.

Ladet Freunde ein und …let’s roll! 🙂

Link zum Facebook-Event

 

Radlunfälle im April 2014

  • Noch im März hat eine Autofahrerin beim Linksabbiegen eine einen entgegenkommenden Radler übersehen. Nein, es waren zwei Autofahrer und zwei Radfahrer
  • Eine Gruppe Rennradfahrer fuhr auf der Straße obwohl es einen Radweg gegeben hätte. Das ist verboten! Außerdem haben sie den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten! Der vierte der 8-er Gruppe stürzte und alle im Windschatten natürlich auch. Dabei hat sich einer schwer verletzt – und das obwohl alle Fahrer jeweils einen Helm trugen.
  • Am 16.04.2014 wurde eine Radfahrerin schwer verletzt. Ein Busfahrer hatte beim Rechtsabbiegen nicht aufgepasst.
  • Ebenfalls am 16.04.2014 gab es einen Unfall zwischen zwei Radfahrern. Ein 80-jährige Dame fuhr auf dem Gehweg entgegen der Fahrtrichtung. Ein entgegenkommender Radfahrer touchierte sie an der Schulter (der war vermutlich auf dem Radweg unterwegs). Die Dame stürze und der Radfahrer fuhr weiter. Sowas macht man einfach nicht!
  • Am 22.04.2014 fuhr eine Frau bei rot über die Fußgängerampel und wurde umgefahren.
  • Unfall mit Fahrerflucht am 23.04.2014. Ein PKW-Fahrer mit Anhänger wendete und ein Radfahrer fuhr gegen den Anhänger. Klingt nach ‚Blöd gelaufen, aber da kann keiner was dafür‘. Der PKW-Fahrer blieb dennoch nicht stehen…
  • Am 24.04.2014 wollte stürzte ein Schüler auf seiner selbstgebauten Rampe und verletzte sich schwer. Er wollte Sprünge mit seinem Rad üben.
  • Am 29.04.2014 bekam ein Kind auf Gepäckträger seine Füße in die Speichen und hat sich schwer verletzt.
  • Am 29.04.2014 wollte eine eine Radfahrerin die Landsberger Straße in Laim zwischen den stehenden Autos überqueren. Auf der vierten Spur staute es sich allerdings nicht, und ein BMW-Fahrer konnte nicht mehr bremsen.
  • Richtig viel Glück (im Unglück) hatte eine 12-jährige. Am 29.04.2014 wollte sie wollte auf dem Radweg eine Kreuzung gerade aus überqueren. Ein LKW-Fahrer hat beim links Abbiegen nicht geschaut… Die Schülerin wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.
  • Einen Tag später, nämlich am 30.04.2014 hatte eine Radfahrerin weniger Glück. Der LKW-Fahrer hatte beim rechts Abbiegen nicht geschaut und ist eine 41-jährigen über die Beine gefahren. Es besteht keine Lebensgefahr, aber die Frau ist schwer verletzt.

 

Außerdem bittet die Polizei um Mithilfe:

Zeugenaufruf!

Am vergangenen Freitag, 25.04.2014, kam es vormittags, um kurz nach 08:30 Uhr im Gemeindebereich von Ismaning zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen einer Fußgängerin und einer Radfahrerin.

Die 32-jährige Münchnerin war mit ihrem Rad auf dem Forstweg an der Isar, zwischen dem Kolomansteg und dem Philosophenweg, in nördlicher Richtung unterwegs. Sie näherte sich dabei mit ihrem Rad einer Fußgängerin, die mit einem schwarzen Dackel, der nicht angeleint war, spazieren ging. Die Radfahrerin näherte sich von hinten, konnte aber die Fußgängerin und den Hund nicht passieren, weil der Dackel auf dem Fahrradweg umherlief. Schließlich blieb die Münchnerin hinter den Beiden stehen. Unvermittelt fing die Hundeführerin an, die Radfahrerin zu beschimpfen und gab ihr einen kräftigen Stoss.

Die 32-Jährige stürzte daraufhin samt ihrem Rad die Böschung hinab und konnte sich erst kurz vor der Isar an einem Ast festhalten. Während die Täterin einfach weiter ging, kletterte die Radfahrerin den Hang hoch und begab sich zur Polizeiinspektion Ismaning, um Anzeige zu erstatten. Glücklicherweise wurde sie bei dem Sturz nicht schwerer verletzt.

Die von den Ismaninger Polizeibeamten sofort eingeleitete Fahndung verlief ohne Erfolg.

Beschreibung der Hundehalterin:
Die Frau ist zwischen 33 und 35 Jahre alt, etwa 175 cm groß und hat dunkle, zu einem Pferdeschwanz gebundene Haare. Bekleidet war sie zur Tatzeit mit einer dunklen Hose und einer blauen oder lilafarbenen Sportjacke. Sie war mit einem schwarzen Dackel unterwegs und hatte eine Hundeleine in der Hand.

Zeugenaufruf:
Personen, die Angaben zu dem Vorfall oder zu der flüchtigen Täterin machen können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Ismaning, Tel.: 089/9624310 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.