Steckrüben sind ein deutsches Trauma

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Heute: Steckrübengrantin
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Es gab Brot aus Steckrübenmehl, Kaffee aus geröstetn Steckrüben, Steckrübensuppe, Steckrübensalat und manchmal auch rohe Steckrüben. Was eigentlich als Viehfutter galt war plötzlich in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Im deutschen Steckrübenwinter anno 1917 haben wir den Verzicht erlent. Und diese Trauma haben wir bis heute nicht überwunden. Wir wollen nicht verzichten!
Dennoch wird Radfahren oft als Verzicht auf’s Auto dargestellt. Das ist aber aus der Sicht des Autofahrers, der sich überlegt mal das Fahrrad zu versuchen. Etwa: „Soll ich heute mal auf’s Auto verzichten und das Velo benutzen?“. Kling nach Steckrüben! Wer wie ich jedoch regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, für den ist das Auto definitv die schlechtere Alternative. Es wäre totaler Quatsch wenn ich behaupten würde auf das Auto zu verzichten.
Will man die Menschen vom Radl überzeugen, muss man eine positive Rethorik verwendet. Etwa: „Wenn ich mit dem Fahrrad fahre, kann ich einfach am Stau vorbei flitzen.“ Oder: „Für mein Fahrrad gibt es überall Parkplätze.“ Vieleicht auch: „Durch die Bewegung auf dem Fahrrad bin ich in der Arbeit viel ausgeglichener.“
Ganz sicher nicht: „Ich verzichte auf das Auto und fahre Rad.“ Da kann man gleich sagen: „Wozu frisches, duftendes Brot, wenn es auch übelriechende Steckrüben gibt?“

3 commentaires sur “Steckrüben sind ein deutsches Trauma

  1. Als Kind musste ich hin und wieder Steckrüben essen. Das Trauma hab ich nicht überwunden und mag sie immer noch nicht.
    Aber warum der Vergleich Auto = knuspriges Brot; Fahrrad = Steckrübe. Umgekehrt passt’s doch viel besser. Gut, die Autofahrer sehen das vielleicht anders.

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