Steckrüben sind ein deutsches Trauma

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Heute: Steckrübengrantin
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Es gab Brot aus Steckrübenmehl, Kaffee aus geröstetn Steckrüben, Steckrübensuppe, Steckrübensalat und manchmal auch rohe Steckrüben. Was eigentlich als Viehfutter galt war plötzlich in aller Munde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Im deutschen Steckrübenwinter anno 1917 haben wir den Verzicht erlent. Und diese Trauma haben wir bis heute nicht überwunden. Wir wollen nicht verzichten!
Dennoch wird Radfahren oft als Verzicht auf’s Auto dargestellt. Das ist aber aus der Sicht des Autofahrers, der sich überlegt mal das Fahrrad zu versuchen. Etwa: „Soll ich heute mal auf’s Auto verzichten und das Velo benutzen?“. Kling nach Steckrüben! Wer wie ich jedoch regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, für den ist das Auto definitv die schlechtere Alternative. Es wäre totaler Quatsch wenn ich behaupten würde auf das Auto zu verzichten.
Will man die Menschen vom Radl überzeugen, muss man eine positive Rethorik verwendet. Etwa: „Wenn ich mit dem Fahrrad fahre, kann ich einfach am Stau vorbei flitzen.“ Oder: „Für mein Fahrrad gibt es überall Parkplätze.“ Vieleicht auch: „Durch die Bewegung auf dem Fahrrad bin ich in der Arbeit viel ausgeglichener.“
Ganz sicher nicht: „Ich verzichte auf das Auto und fahre Rad.“ Da kann man gleich sagen: „Wozu frisches, duftendes Brot, wenn es auch übelriechende Steckrüben gibt?“

Fahrradunfälle im Dezember 2013

  • Am Harlachinger Berg ist am 1.12.2013 ein Rentner gestürzt. Er hatte die Kontrolle über sein Fahrrad verloren.
  • Was am 4.12.2013 passierte war jetzt nicht direkt ein Unfall. Also zum Schluss schon – sogar mit Unfallflucht – weil der Radfahrer in einen Passat stürzte und floh. Martl hat dazu eigentlich schon alles wichtige gesagt.
  • Am 13.12.2013 hat ein Taxifahrer den Radweg zum parken benutzt. Wie’s halt so ist, hat der Fahrgast beim Aussteigen nicht geschaut…
  • Am 14.12.2013 ist ein Rentner auf der Straße gestürzt. Sicher wäre das auf dem Gehweg nicht passiert. Dieser war schließlich für Radfahrer freigegeben
  • Am 17.12.2013 ist ein 63-jähriger Rentner bei schlechter Sicht (tiefstehende Sonne) mit nicht angepasster Geschwindigkeit gefahren und hat dadurch einen Unfall verursacht (Tatbestand 103620) hat ein 63-jähriger Rentner eine Radfahrerin übersehen. Dabei hat er eine 83-jährige Dame schwer verletzt.

Wie immer gilt: Diese Liste ist keineswegs vollständig sondern ist nur eine Sammlung der Pressemeldungen der Polizei. Falls jemand einmal einen Fußgängerblog schreiben will und die entsprechenden Pressemeldungen sammelt, dem kann ich versprechen, dass die Liste bedeutend länger wird. Es ist erschreckend, wie viele unmotoriserte Verkehrsteilnehmer von Autos jeden Monat verletzt werden…

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