Montagsfrage – München, warum bist du nicht mutiger?

Was war das nur für eine Ausnahmesituation, als im August 2012 die Lindwurmstraße in beide Richtungen um eine Fahrspur für PKWs verkleinert und der gesamte Radverkehr auf eine eigene Spur auf der Straße verlegt wurde. Geschimpft haben die einen, über Staus, soweit das Auge reicht. Und andere wollten diesen Radweg gar nie wieder hergeben. Da war was los in der Stadt. Die CSU hätte damals vermitteln wollen. Beides ist möglich – Radweg und Straße. Mann müsse nur die Pappeln abholzen. Uiuiui… Schuld daran war eine Baustelle.

Und wie der Radweg über Nacht gekommen ist, so verschwand er zwei Wochen später wieder über Nacht. Für die Radfahrer war die Baustelle ein Segen, für die Autofahrer eine Katastrophe. Aber es muss nicht immer schwarz/weiß sein. Es hätte ja durchaus sein können, dass Radfahrer von der Baustelle profitieren, aber der PKW-Verkehr nicht nennenswert eingeschränkt wird. Dann hätte man den Radweg ganz einfach auf der Straße gelassen und alle wären glücklich. Frage also: Warum versucht man das an der ein oder anderen Stelle nicht einfach aus? Antwort: Tut man doch. Am Rotkreuzplatz ist das zum Beispiel geschehen. 2011 hat man einen mehrwöchigen Versuch unternommen den Autos eine Spur zu streichen und den Radfahrern zur Verfügung zu stellen. Es hat super geklappt und zwei Jahre später wird der Radweg dann gebaut… Ich würde sagen: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.“

Gegen diese Herangehensweise ist absolut nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil. Provisorische Radwege sind mit ein paar Eimern Farbe ruck-zuck auf die Straße gepinselt. Das Städtische Bauamt ist im Schilderaufstellen mittlerweile auch routiniert und wie man am Beispiel Lindwurmstraße gesehen hat, kann man einen Radweg in zwei Tagen anlegen und zurückbauen. Das ist so schnell, dass man ohne weiteres die ganze Stadt nach dem Try-and-Error Prinzip mit Radwegen zuplfastern könnte. Und wenn sich zeigt, dass die Stadt daran kollabiert, dann ist der Schuldige am nächsten Morgen wieder weg.

München, meine Frage an dich: Warum bist du so konservativ? Warum baust du uns keine Radwege wo wir welche brauchen? Wir sind auch kompromissbereit und wenn es nicht überall klappt sind wir nicht böse. Aber du bist so träge, dass es keine Freude macht mit dir zu verhandeln. München, warum bist du nicht mutiger?

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