47 Fahrradstraßen in München – Ihr wollt mich wohl verarschen?

47 Fahrradstraßen in München – Ihr wollt mich wohl verarschen?

Übersicht aller Fahrradstraßen in München

Übersicht aller Fahrradstraßen in München.

Unsere Radlhauptstadt München ist ganz stolz darauf 47 Straßen als Fahrradstraßen ausgezeichnet zu haben. Wenn man sich die Liste aber genau anschaut, dann wird eines schnell klar. Das ist eine Mogelpackung. Auf den ersten Blick sieht das ja gar nicht schlecht aus, auch wenn es für meinen Geschmack zu viele im Münchner Westen und zu wenige im Zentrum sind. Gerade Rund um die LMU oder im Glockenbachviertel sind richtig viele Radfahrer und auch Autos unterwegs. Dort könnte man mit Fahrradstraßen wirklich etwas für die Radler tun. Naja…

750m Fahrradstraße, bestehend aus 5 Teilstücken

Karl-Lipp-Straße, die Gaggenaystraße, die Gleismüllerstraße, die Wetzenbachstraße und die Templestraße. Zusammen 750 Meter.

Interessant ist aber vor allem etwas anderes. Viele der Fahrradstraßen sind nur wenige hundert Meter lang (wenn überhaupt!) und und bilden erst zusammen etwas, das den Namen Fahrradstraße verdient. Da sind zum Beispiel östlich vom Mosacher Bahnhof die Karl-Lipp-Straße, die Gaggenaystraße, die Gleismüllerstraße, die Wetzenbachstraße und die Templestraße. Ein aus fünf Straßen zusammenhängendes Stück – Insgesamt 750 Meter lang und in einer Lage wo sich Radfahrer und Autofahrer quasi nicht in die Quere kommen können.

Das nicht in die Quere kommen beschreibt die Situation allgemein ganz gut. Restlos alle Fahrradstraßen verlaufen entlang relativ verkehrsarmer Strecken und nur die Wenigsten liegen auf den für Radlpenlder wichtigen Wegen. Wenn ich alle die Fahrradstraßen zussammenzähle, die wirklich sinnvoll sind (ganz subjektiv) und dabei zusammenhängende Stücke als jeweils eine Straße zähle, dann komme ich auf neun Fahrradstraßen. Als unnsinnig habe ich dabei alle Sackgassen betrachtet, sowie alle Straßen die in sehr verkehrsarmen Gebieten liegen oder nur kurze Stücke sind.

sackgasse-1

Unsinnige Sackgasse

Ich möchte nicht undankbar sein, aber in der Praxis verbessert das die Situation der Radfahrer in München kaum. Richtiges Lob gibt es meiner Meinung nach nur für die Clemensstraße, die Behringstraße (parallel zur Würm) und die Preysingstraße mit der Verlängerung in die Wolfgangstraße. Alle anderen hätte man sich sparen können. Was man dabei aber nicht vergessen sollte: Es ist ein Anfang. Und ich hoffe, dass die Stadt München das Fahrradnetz weiter ausbaut und dabei auch die ein oder andere wirklich wichtige Verbindung zur Fahrradstraße macht. Momentan sind sie halt an Stellen die auf dem täglichen Weg in die Arbeit, in die Uni oder in die Schule einen Umweg bedeuten würden, wollte man sie benutzen. Oder wie seht ihr das? Seid ihr regelmäßig auf einer der 9 (naja gut, 47) Münchner Fahrradstraßen unterwegs?

Matthias Moritz

3 comments so far

FabianEingestellt am10:05 pm - Okt 23, 2013

Hi,
ich nutze die Fahrradstrassen im Westen, auf meinem Weg in die Arbeit und finde diese an und für sich eine gute Sache. Gerade westlich und östlich vom Olympiapark werden diese viel genutzt. Jedoch ist auch hier auffällig, dass Radfahrer und Autofahrer wie in jeder anderen Strasse keine gegenseitige Rücksichtnahme üben. (zB Beachtung von Rechts-vor-Links)
Zu den Sackgassen: Bei dem Beispiel sieht es aber so aus, also ob es dort einen Weg weiter gibt, was vielleicht für Autos eine Sackgasse darstellt, aber nicht für Radfahrer. Gibt es in Pasing auch ein Beispiel, hab aber grad nicht den Strassennamen.

Ansonsten freue ich mich über einen neuen erfrischenden und hoffentlich abwechslungsreichen Blog hier aus München.
Fabian

Matthias MoritzEingestellt am10:32 pm - Okt 23, 2013

Absolut richtig. Bei dem Beispiel geht ein Weg weiter. Trotzdem drängt sich mir die Frage warum man in einer Sackgasse, in der außer den Anwohnern wirklich niemand fährt (und das sind auch nicht gerade viele) eine Fahrradstraße braucht. Ich freue mich natürlich, dass sie da ist. Aber für mich sieht das irgend wie so aus als hätte man das eher für die Zahl auf dem Papier gemacht. Der Radfahrer profitiert davon wohl kaum.

Hier noch ein Link, wo man sich die Stelle ansehen kann:
https://maps.google.de/?ll=48.150975,11.628647&spn=0.00204,0.003484&t=h&z=19&layer=c&cbll=48.150998,11.6285&panoid=9XKuN68zz_uvv0EDrhBbBA&cbp=12,284.94,,0,23.31

Das Radl zum Schluss |Eingestellt am11:16 am - Nov 6, 2013

[…] Wenn wir die ersten beiden Punkte der Liste austauschen könnten, dann wäre schon viel gemacht. Ich denke die meisten Radfahrer sehen es durchaus ein, dass es in der Stadt auch immer Straßen geben wird, auf denen der motorisierte Verkehr schon in der Planung Vorrang hat und vielleicht auch haben muss. An allen anderen Stellen wünsche ich mir, dass der Radverkehr das sagen hat. München sollte 47% Fahrradstraßen haben, nicht 47. […]

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