Montagsfrage – Warum ausgerechnet die Taxifahrer?

Als Radfahrer erlebt man im Straßenverkehr immer wieder gefährliche Situationen die dadurch entstehen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer rücksichtslos verhalten. Eigentlich liegt es mir fern eine Gruppe von Menschen über einen Kamm zu scheren, aber wer mir verhältnismässig oft negativ auffällt sind Taxifahrer. Viele andere sind überblicken die Gefahren vielleicht nicht, die durch zu knappes Überholen oder unvorsichtiges Rechtsabbiegen entstehen aber Taxifahrer sind Berufsfahrer haben auf der Straße sehr viel mehr Erfahrung als andere und dennoch sind es immer wieder diese beige-gelben Autos mit der gelben Leuchte auf dem Dach die mich zu einer unkontrollierten Vollbremsung zwingen. Und ich verstehe wirklich nicht warum.

Ist es nicht so, dass gerade Radfahrer auch diejenigen sind, die oft auf ein eigenes Auto verzichten und damit automatisch zu anderen Verkehrsmitteln neigen? Fahrrad, Bus und Bahn, Taxis und in Ausnahmefällen auch mal ein Leihwagen. Das sind die Verkehrsmittel der Wahl. Zumindest bei mir ist es so, dass ein eigener PKW sicherlich zwei drittel aller meiner Taxifahrten ersetzen würde. Ich bin für die Taxifahrer ein guter Kunde. Immer öfter überlege ich mir aber, ob es nicht doch anders geht. Ich fange an sie zu meiden. Und das nicht nur, weil sie konsequent den kürzesten Weg vermeiden sondern weil sie mich immer wieder in die Verlegenheit bringen über sie zu fluchen. München ist eine relativ kleine Stadt. Und mit den Nachtbussen/Trambahnen kommt man immer zu einem Punkt von dem aus man auch nach Hause laufen kann. Warum ist das also so? Sehen die mein Fahrrad als Konkurrent anstatt mich als potentiellen Kunden zu betrachten?

Ein Kommentar zu “Montagsfrage – Warum ausgerechnet die Taxifahrer?

  1. Ich teile deine Beobachtungen, nicht nur in München, auch in den anderen deutschen Städten, in denen ich bisher unterwegs war.

    Taxifahrer sind stets mit die ersten, die Hupen (oder Dinge aus Autofenstern schreien), wenn ein Radfahrer etwas (vermeintlich oder tatsächlich) falsch macht. Egal ob man einen benutzungspflichtigen, aber aufgrund von Schnee oder Scherben unbenutzbaren Radweg meidet, oder ob man einen Radfahrstreifen verlässt um direkt links abzubiegen: Wenn jemand hupt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Taxifahrer ist, deutlich größer als es aufgrund der Zahl der Taxis zu erwarten wäre. Auch im Halten und Parken auf Radfahrstreifen und Radwegen sehen viele Taxifahrer anscheinend nur ein geringer Problem (selbst wenn die Fahrbahn mehr als breit genug wäre, um den Radfahrstreifen frei zu lassen), ähnliches gilt für den Abstand beim Überholen (o.k., Taxifahrer beherrschen ihr Gefährt auch überdurchschnittlich gut, aber ob sie auch überdurchschnittlich gut einschätzen können, ob der Radfahrer erschrickt und den Lenker verreißt?). Ähnliche Erfahrungen mache ich auch öfters, wenn ich als Fußgänger unterwegs bin und bspw. die Fahrbahn einer einmündenden Straße oder eine Grundstücksausfahrt überquere: Die Taxifahrer wissen halt, dass der Fußgänger schon hüpfen wird.

    Warum das so ist? Zum einen stimmt für Taxifahrer der Satz „Zeit ist Geld“ tatsächlich: Je schneller sie am Zielort sind, desto schneller können sie einen neuen kunden aufnehmen und desto mehr Geld verdienen sie (ein Prinzip, das bei LKW-Fahrern aus gutem Grund verboten ist). Zum anderen ist aber auch mein Eindruck, dass die Regelkenntnis – zumindest was das Thema Radverkehr betrifft – bei Taxifahrern eher mäßig ist (siehe bspw.: http://www.taxi-blog.de/wordpress/verkehrt/5377/der-radweg/). Klar, den Unterschied zwischen Radfahrstreifen und Radschutzstreifen kennt kaum ein Autofahrer, aber zumindest bei einem Berufskraftfahrer sollten solche Kenntnisse eigentlich vorhanden sein.

    Zu deinem letzten Absatz: Das denke ich mir auch öfters (allerdings nicht nur bei Taxifahrern, sondern auch bspw. bei Handwerkern, die mit großer Aufschrift auf dem Wagen herumfahren). Die Zeiten, in denen nur Schüler, Studenten und Hausfrauen (die allesamt keine typischen Taxi-Kunden sind) Fahrrad gefahren sind und der Rest das Fahrrad nur in der Freizeit genutzt hat, sind längst vorbei. Zumindest in den deutschen Großstädten nutzen längst sämtliche Bevölkerungsschichten das Fahrrad für alltägliche Wege. Und ob sich irgendjemand gerne ein Taxi zum Flughafen bestellt und ein großzügiges Trinkgeld gibt, wenn er am Tag zuvor von einem Taxifahrer angehupt wurde…?

    Um hier aber nicht nur Negatives zu schreiben: Ich hatte bis heute noch nie einen Rechtsabbieger-Konflikt mit einem Taxifahrer, dieser – typischen Unfallsituation – scheinen sich die meisten Taxifahrer bewusst zu sein. Und auch bei entgegenkommenden Taxis, die aufgrund von Hindernissen auf der Fahrbahn ausweichen müssen (was viele Autofahrer auch dann tun, wenn ihnen ein Fahrradfahrer entgegenkommt und der Platz nicht reicht) habe ich bis heute nur gute Erfahrungen gemacht.

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